Trecker-Trecken in Selk : „Full Pull ist der Traum“

146 Trecker gingen in Selk an den Start. Gestartet wurde in 33 Klassen, die nach Alter, Gewicht und Pferdestärken der Trecker bemessen wurden.
146 Trecker gingen in Selk an den Start. Gestartet wurde in 33 Klassen, die nach Alter, Gewicht und Pferdestärken der Trecker bemessen wurden.

700 Besucher kamen nach Selk, um sich das Kräftemessen der Trecker anzuschauen.

shz.de von
13. August 2018, 07:00 Uhr

Etwas schleppend startete das Trecker-Trecken am Sonnabend in Selk, doch am Nachmittag kam es mit 146 Startern und 700 Besuchern so richtig in Fahrt. Überwiegend männliche Besucher sowie Familien mit Kindern machten sich auf den Weg nach Selk, um sich das Spektakel der Trecker anzuschauen. Den Startern des Trecker-Treckens indes war das etwas schlechte Wetter völlig egal. Wer dabei war, der hatte Spaß. Und das freute das Team der 40 ehrenamtlichen Helfer um Landwirt Bernd Peters und Thore Kuhr, die bereits Tage zuvor engagiert dabei waren, um den Teilnehmern und Zuschauern einen unbeschwerten Tag zu bescheren.

Thore Kuhr war in der Koordination ständig auf Achse, um die Auswertungen zu übermitteln. Moderator Tim Bowitz kommentierte unermüdlich das Geschehen des Rennfeldes. Am Technik-Team, das bestens sichtbar in rosa Westen gekleidet war, kamen die Teilnehmer mit Trecker nicht ohne Boxenstopp vorbei. Erst nach einem Rundum-Sicherheitscheck mit Gewichtskontrolle des Fahrzeuges gab es von Marc Andresen und Frank König das Okay für den Start.

Wer es bis hierhin geschafft hatte, der hatte bis zum „Full Pull“ , dem vollen Zug des Gewichts über die 80 Meter-Bahn, freie Fahrt – zumindest bis der tonnenschwere Gewichtsschlitten diese jäh beendete. Gestartet wurde in 33 Klassen, die nach Alter, Gewicht und Pferdestärken der Trecker bemessen wurden. Vom betagten und liebevoll gepflegten Oldtimer mit 15 Pferdestärken, dem Trecker im „Rostbraun-Metallic-Look“ bis zum getunten „Super Standard V 8 Zylinder“ mit kraftvollen 350 PS unter der Haube, den Acker-Giganten in der „Farmer-Klasse“ dröhnten die Motoren in Selk. Metertief gruben sich manche Treckerreifen auf der Strecke in den sandigen Boden.

„Full Pull ist der Traum“, sagte der Fahrer des knallroten „Case International 1455 XXL“ vom Team Röhe aus Nordfriesland. Zum dritten Mal startete Matz Hannemann aus Holtsee mit seinem hellgrünen Deutz „Agro-Star 6.21“, Baujahr 1992. Dass nur rund sieben Meter bis zum „Full-Pull“ fehlten, das ärgerte den 17-jährigen Landwirt-Azubi nicht. „Einfach dabei zu sein und Spaß zu haben, ist das, was zählt.“ Erstmalig als Teilnehmer mit ihrem „Koppelauto“ waren Christian Kersting (28) aus Handewitt und Sebastian Janßen (24) aus Oeversee dabei. Die beiden Kfz-Mechatroniker starteten mit einem orangefarbenen VW Jetta, den sie auf 170 Pferdestärken getunt haben. Nach 40, 5 Metern war die Fahrt vorbei. „Es hat richtig viel Spaß gemacht. Dieses Kräftemessen war mal etwas anderes. Nächstes Mal sind wir gerne wieder dabei“, sagte Kersting.

Und wie hat es den Zuschauern gefallen? „Das war wieder einfach toll. Kleine Kinder spielen gerne in der Sandkiste und Große auch“, sagte Klaus Röhe aus Schwesing.

Erstmalig als Besucher dabei waren Eckart Oehmke mit seinem achtjährigen Sohn Enno und Mopsmix-Hund Franky aus Neuberend. Für den technik- interessierten Filius mit Trecker-Spielzeug-Sammlung im Mini-Format ging ein Traum in Erfüllung – schließlich standen die Acker-Giganten zum Bestaunen und Anfassen bereit. Gefahren wurde bis 21.30 Uhr. Nach der Siegerehrung war aber noch lange nicht Schluss, denn das Dj-Duo „Deichkinder“ heizte den Besuchern, Teilnehmern und Helfern in der After-Race-Party bis weit nach Mitternacht ein.

Viele Stunden war das Helfer-Team auf den Beinen – und gestern wartete bereits das Aufräumen auf sie. „Wir bedanken uns bei allen Helfern, die mit angepackt haben. Ohne ihre Hilfe würde solch eine Veranstaltung nicht funktionieren“, sagte Thore Kuhr – und darin war er sich mit Bernd Peters einig. Um die Kosten der Veranstaltung decken zu können, wurde erstmalig ein Eintrittspreis von 99 Cent erhoben. „Wir haben einen großen Aufwand. Das soll alles finanziert werden“, sagte Kuhr. Das Trecker-Trecken in Selk gehört landesweit bislang zu den einzigen Renn-Veranstaltungen, die von den Besuchern keinen Eintritt oder Parkgebühren verlangten. „Der Betrag ist überschaubar“, sagte Kuhr.













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