Ausstellung im Landesarchiv : Fürst Bismarck im Prinzenpalais

Ulrich Lappenküper (li.) und Andreas von Seggern von der Bismarck-Stiftung mit Archivleiter Rainer Hering.
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Ulrich Lappenküper (li.) und Andreas von Seggern von der Bismarck-Stiftung mit Archivleiter Rainer Hering.

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24. Januar 2011, 11:33 Uhr

Schleswig | Mit den Worten "Mein lieber Fürst" beginnt das Schreiben vom 20. März 1890, mit dem Kaiser Wilhelm II. den damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck aus seinem Amt entließ. 121 Jahre später kann diese Entlassungsurkunde zusammen mit rund 80 weiteren Dokumenten der Otto-von-Bismarck-Stiftung in den Räumen des Landesarchivs Schleswig-Holstein bestaunt werden.

In seiner Begrüßung dankte der Leiter des Landesarchivs, Professor Rainer Hering, der Otto-von-Bismarck-Stiftung für die Leihgabe, die "das Leben und Wirken Bismarcks in den Kontext von Reichsgründung und Kaiserreich darstellt". Eindrucksvolle Fotos, darunter Porträtaufnahmen der Familie aus dem Jahr 1865 sowie internationale Korrespondenz und zahlreiche Urkunden schüfen "eine interessante Verbindung zwischen dem Menschen und Politiker Bismarck sowie seiner Rezeption", fuhr er fort.

Otto von Bismarck habe als "Kanzler der ersten deutschen Einheit die Landkarte Europas nachhaltig verändert und ist verantwortlich für historische Weichenstellungen - ob gewollt oder ungewollt", ergänzte Professor Ulrich Lappenküper, Geschäftsführer der Otto-von-Bismarck-Stiftung. Die Stiftung hat ihren Sitz in Friedrichsruh im Sachsenwald (Kreis Herzogtum Lauenburg), das als Bismarcks Wohnsitz zur "zweiten Reichshauptstadt" mit tausenden Wallfahrern avancierte. Lappenküper betonte, dass neben der Arbeit im Archiv und Museum vor allem Ausstellungen geeignet seien, um "die Zeit Bismarcks anschaulich und begehbar zu machen".

Viele der Unterlagen hätten mehr als zwei Jahrzehnte ungeschützt auf dem Dachboden in Friedrichsruh verbracht, erklärte Dr. Andreas von Seggern, der bei der Bismarck-Stiftung als Referent für historisch-politische Bildung der Stiftung tätig ist. In einem unvergleichlichen Durcheinander hätten wertlose Rechnungen neben Briefen und Redeentwürfen gelegen, die als Teil der 30 000 Objekte in Friedrichsruh archiviert wurden.

Mit einem Glas Fürst-Bismarck-Mineralwasser in der Hand nutzten Dutzende Besucher am Eröffnungsabend die Chance, sich ein eigenes Bild vom Leben und Wirken des "eisernen Kanzlers" zu machen.

Die Ausstellung im Prinzenpalais an der Gottorfstraße ist bis zum 27. Mai montags bis freitags von 8.30 bis 17 Uhr geöffnet.

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