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Mann an der Radarfalle : „Für mich ist jeden Tag Blitzmarathon“

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Norbert Emken ist der Blitzer vom Dienst. Der Beamte vom Schleswiger Polizeirevier geht täglich im gesamten Kreisgebiet auf die Jagd nach Rasern.

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erstellt am 10.Okt.2013 | 06:15 Uhr

Heute früh um 6 Uhr ging er los, der bundesweite Blitz-Marathon. In ganz Deutschland sind 14 700 Polizisten im Einsatz. In Schleswig-Holstein sollen es immerhin 333 Kollegen sein. Für Norbert Emken ist es ein Arbeitstag wie jeder andere. Der 56-jährige Beamte aus dem Schleswiger Polizeirevier ist seit vier Jahren für die Geschwindigkeitsmessungen zuständig. „Für mich ist jeden Tag Blitzmarathon“, sagt er. Jeden morgen steigt er an seiner Dienststelle in der Friedrich-Ebert-Straße in einen dunklen VW-Transporter, der mit Kameratechnik für 150 000 Euro ausgestattet ist.

Gestern Nachmittag parkt Emken der Wagen zwischen Büschen versteckt am Rande der St. Jürgener Straße. An kaum einer anderen Stelle in der Stadt wird so viel gerast wie hier. Während Emken das erzählt, blickt er stets mit einem Auge auf seinen Monitor. Die fünfäugige Kamera am Straßenrand meldet für jedes vorbeifahrende Auto die exakte Geschwindigkeit. Die meisten fahren zwischen 50 und 60 km/h, sind also innerhalb der geschlossenen Ortschaft zu schnell unterwegs. „Messfehler gibt es nicht“, versichert der Polizist. Trotzdem löst der Blitz erst bei 59 km/h aus. Alles darunter liegt innerhalb der Toleranzmarge, die die Gerichte verlangen. Für Emken kein Problem. „Die Leute, die hier mit 60 langfahren, interessieren uns eigentlich nicht“, sagt er, während von links ein kräftiges Motorengeräusch näher kommt. „Man hört schon, wenn jemand zu schnell ist.“ Und tatsächlich: Der Kleintransporter einer Fliesenfirma rauscht mit 78 km/h in die Radarfalle. Ein Lächeln huscht über Emkens Gesicht. „Das sind die Leute, die wir haben wollen.“

Für den heutigen Blitzmarathon hat die Polizei Kontrollen am Husumer Baum in Schleswig und in der Ortsdurchfahrt von Bollingstedt angekündigt. Außerdem sind im ganzen Kreisgebiet Videowagen unterwegs.

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