Infrastruktur-Manager : Für mehr Qualität im Tourismus an der Schlei

Sie wollen mehr Gäste in die Region locken: Max Triphaus (OFS), Dörte Lohf (Grünes Binnenland), Jana Blaas (OFS), Marianne Budach (Grünes Binnenland), Inka Carstenen (Kreisverwaltung), Gesa Neizel (Taff) und Manfred Witt (Grünes Binnenland).
Sie wollen mehr Gäste in die Region locken: Max Triphaus (OFS), Dörte Lohf (Grünes Binnenland), Jana Blaas (OFS), Marianne Budach (Grünes Binnenland), Inka Carstenen (Kreisverwaltung), Gesa Neizel (Taff) und Manfred Witt (Grünes Binnenland).

Die Tourismusorganisationen setzen auf bessere Infrastruktur. Sie geben Tipps für Vermieter, wie sie ihre Quartiere attraktiver gestalten können.

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19. Juni 2018, 12:51 Uhr

Wie lassen sich mehr Urlauber für die hiesige Region begeistern? In den vergangenen Jahren habe man sich vorrangig auf die Bereiche Marketing und Vertrieb konzentriert, sagt Max Triphaus, Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH (OFS) mit Sitz in Schleswig. Jetzt haben sich die Touristiker die Verbesserung der Infrastruktur auf die Fahnen geschrieben. „Dafür stellt uns der Kreis 120 000 Euro zur Verfügung“, freut sich Triphaus. Er verweist darauf, dass der Kreis den Tourismus in seiner Zukunftsstrategie als herausragendes Thema eingestuft habe.

Das Geld – zusätzlich zu der bisher jährlichen Fördersumme von 54 000 Euro – fließt an die drei lokalen Tourismusorganisationen (LTOs) im Kreisgebiet: die OFS, die Tourismusagentur Flensburger Förde (Taff) sowie die Gebietsgemeinschaft Grünes Binnenland mit Sitz in Tarp. Mit Hilfe von sogenannten Infrastrukturmanagern, die Anfang Mai ihre Arbeit aufgenommen haben, soll nun in Abstimmung mit Ämtern und Kommunen geschaut werden, wo etwa Rad-, Wander- oder Reitwege touristisch besser erschlossen werden können. „Wir wollen zum Beispiel die Radwege auf ihre Beschilderung hin überprüfen“, sagt Jana Blaas, Infrastrukturmanagerin bei der OFS, die sich gestern mit ihren Kolleginnen und Kollegen im Schleswiger Plessenhof traf, um gemeinsame Strategien zu entwickeln. Die Tourismuskonzepte in den drei LTOs sind bis zu zehn Jahre alt. Zeit also für neue Impulse.

So werde sie sich auch bei der in Schleswig anstehenden Innenstadtsanierung einbringen, wenn es dort um touristische Belange geht, kündigt Blaas an. Ebenso gelte es zu berücksichtigen, welche Wege beim geplanten Radverkehrskonzept in der Stadt besonders von Feriengästen genutzt werden.

Doch nicht nur die allgemeine Infrastruktur kommt auf den Prüfstand. Auch bei der Modernisierung der vielfach in die Jahre gekommenen Quartiere wollen die Tourismusorganisationen Anschubhilfe leisten. Dazu ist eine Qualifizierungsoffensive geplant, für die der Kreis weitere 20 000 Euro bereitstellt. Von der Fortbildungsmaßanahme sollen zunächst die LTO-Mitarbeiter selbst profitieren. Anfang November wird es dann in der Akademie Sankelmark eine Gastgeber-Messe geben, zu der alle Vermieter eingeladen und von Experten mit Tipps versorgt werden sollen. „In diesem Rahmen hat es das bei uns noch nicht gegeben“, erklärt Marianne Budach, Geschäftsführerin beim Grünen Binnenland. Bei der Messe werde es zum Beispiel um Buchungsportale oder auch um das Thema Einrichtung/Möblierung gehen. Da gebe es reichlich Nachholbedarf, weiß Budach. „Manchmal gelingt es schon mit einer einfachen Raumteilung, eine Ferienwohnung attraktiver zu machen.“

Die Mund-zu-Mund-Propaganda spielt nach Angaben von Max Triphaus bei der Wahl des Urlaubsquartiers immer noch die entscheidende Rolle. Das habe im vergangenen Jahr eine Gästebefragung in der Schleiregion bestätigt. Und damit die Touristen zu Hause berichten, welche schönen Freizeitangebote es neben der reizvollen Natur bei uns im Kreisgebiet gibt, sei das Infrastrukturmanagement von besonderer Bedeutung. Dabei gehe es gar nicht so sehr um herausragende touristische Errungenschaften wie zum Beispiel die gigantische Hängebrücke an der Rappbodetalsperre im Harz, deren Eröffnung im vergangenen Jahr bundesweit für Furore sorgte. „Über unsere Netzausleger reden die Menschen auch.“ Mehrere dieser Netzausleger – Ruhemöbel, die in ihrer Form an Fischernetze erinnern – sollen entlang der Schlei aufgestellt werden.

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