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Schnarup-Thumby : Für ein wenig mehr Lebensqualität

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Daniela Tüch-Wiedemann (34) ist behindert, hofft auf eine Therapie – doch ihre Eltern können sie nicht bezahlen. Um zu helfen, sammelt die Kirchengemeinde jetzt Spenden.

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erstellt am 13.Jan.2016 | 07:40 Uhr

Daniela Tüch-Wiedeman ist von Geburt an behindert. Sie kam am 7. Dezember 1981 in Hagen viel zu früh zur Welt. Vermutlich durch Sauerstoffmangel fand im Gehirn eine Blutung in der Größe eines Stecknadelkopfes statt. Daraus entwickelte sich eine Tetraspastik (umfassende Schädigung im Bereich der sensomotorischen Hirnrinde), die ihr Leben bis heute prägt. Die Eltern haben jetzt eine Therapie gefunden, die ihrer Tochter nachhaltig helfen könnte. Doch das Geld dafür kann die Familie aus Schnarup-Thumby nicht aufbringen. Deshalb ruft jetzt die Kirchengemeinde zu einer Spendenaktion auf.

Die Behinderung wurde bei Daniela Tüch-Wiedemann erst im Alter von fünf Jahren entdeckt. Bis dahin hatte sich das kleine Mädchen noch innerhalb normaler Grenzen entwickelt. Sie sprach nicht viel, war aber bereits mit einem Jahr sauber. Sie lief an der Hand und besuchte problemlos den Kindergarten. Mutter Brigitte hatte sie bei ersten Auffälligkeiten in der Poliklinik Münster untersuchen lassen, wobei aber keine Krankheit festgestellt wurde. Mit fünf Jahren waren die Entwicklungsrückstände aber nicht mehr zu übersehen. Und auch ihr Gang wurde zusehends schlechter. Sie hat mit einer Spastik zu kämpfen, die sie beim Gehen mit Krämpfen befällt.

Heute ist Daniela eingeschränkt selbstständig. Sie lebt in der Woche in einer anthroposophischen Wohngruppe in Martensrade bei Kiel. Dort arbeitet sie in der Küche und der Textilwerkstatt. Das Wochenende verbringt sie meist bei ihren Eltern in Schnarup-Thumby. „Sie spielt mit uns ,Mensch ärgere dich nicht’ und Memory“, verrät die Mutter. Auch könne sie sich selbst an- und ausziehen. Und an ihrer Hand mache sie lange Spaziergänge.

Daniela ist sich ihrer Behinderung bewusst. Sie würde gerne lesen und schreiben lernen und ihre rudimentären Rechenkünste verbessern. Mutter Brigitte hat bei der Suche nach der besten Hilfe für ihr Kind die „Adeli-Therapie“ entdeckt, die in der Slowakei angeboten wird. Diese verspricht sowohl im körperlichen wie geistigen Bereich Verbesserungen bis zur Heilung. Durch spezielle Therapien, Übungen und Anwendungen soll die Körperkontrolle zurückgewonnen werden. Auch sollen – vereinfacht ausgedrückt – inaktive Gehirnzellen aktiviert werden und dadurch Gehirnfunktionen wiederhergestellt werden. Doch diese Therapie kostet Geld – 15  000 Euro. Und die Krankenkasse wollte diese Kosten nicht übernehmen.

Auch die Hoffnung, dieses Geld durch einen Spendenaufruf der Kirchengemeinde zusammenzubekommen, war relativ gering. Doch dann kam in der Adventszeit wieder Hoffnung auf. Die Stiftung „Auswege“ meldete sich bei Familie Wiedemann. Diese Stiftung versucht, chronisch kranken Kindern, aber auch vermeintlich „behandlungsresistenten“ Erwachsenen therapeutische Auswege zu eröffnen. Dabei sollen laut Stiftung Schulmedizin und alternative Heilmethoden Hand in Hand gehen. Die Stiftung bot Daniela einen Platz in ihrem Sommercamp an, in dem ein im Verhältnis zu Adeli gestrafftes Programm angewendet wird, das nach eigenen Angaben eine Erfolgschance von 90 Prozent bei Erwachsenen hat.

Aber auch diese Therapie kostet immerhin 6500 Euro. Und obwohl die Stiftung für die bedürftige Familie einen Zuschuss von 80 Prozent der Behandlungskosten übernehmen würde, wären selbst die restlichen 1300 Euro für Familie Wiedemann unbezahlbar. Deshalb ruft die Kirchengemeinde Thumby-Struxdorf jetzt noch einmal eine breite Öffentlichkeit zu Spenden – auch in Kleinbeträgen – auf, um für Daniela Tüch-Wiedeman die Chance auf eine Therapie zu verbessern. Das Spendenkonto wird vom Kirchenkreis geführt. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. Nähere Infos gibt Pastor Christoph Tischmeyer unter Telefon 0  46    23  /  380. 

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