Hospizdienst Süderbrarup : Für ein Sterben in Würde

Engagiertes Team für die Hospizarbeit: Frauke Kuhl und Volker Eggeling.
Engagiertes Team für die Hospizarbeit: Frauke Kuhl und Volker Eggeling.

Der Hospizdienst Süderbrarup will weiter wachsen.

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04. Januar 2018, 13:31 Uhr

Es ist ein schweres Thema das Frauke Kuhl und Dr. Volker Eggeling bewegt, aber es ist ein wichtiges und es geht jeden an: das Sterben, „ein Sterben in Würde“, wie der neue Vorsitzende des Hospizdienstes Süderbrarup betont. Erst im Dezember des vergangenen Jahres ist er in dieses Amt gewählt worden und er macht es mit Herzblut.

Natürlich: Hinter dem spürbar großen Engagement steckt auch eine eigene Geschichte. Wenn Volker Eggeling erzählt, wie er den Tod in der eigenen Familie erlebt hat, dann sind ihm die Emotionen anzumerken. Und auch Frauke Kuhl, der hauptamtlichen Koordinatorin des gemeinnützigen Vereins, ist das persönliche Erleben eine starke Triebfeder: Ihre Mutter starb zu Hause – „und wir waren so unwissend“.

So geht es vielen Menschen. Plötzlich bricht der Tod, das Sterben, in ihr Leben ein und sie wissen nicht, damit umzugehen. „Dann sind wir da“, verspricht Volker Eggeling. Der 75-Jährige ist angetreten, dazu beizutragen, das Netz der Sterbebegleiter in Süderbrarup und Umgebung zu professionalisieren und weiterzuentwickeln. Die flächendeckende Versorgung todkranker Patienten und ihrer Familien durch respektvolle, liebevolle und geschulte Begleiter ist ihm wichtig. Das betont er. Sein Arbeitsleben lang hat der ehemalige Sonderpädagoge und Medizinische Wissenschaftler für Sprach- und Stimmbildung Menschen logopädisch begleitet. Jetzt möchte er den Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit eine Stimme geben. Möglichst viele Menschen sollen ungeachtet ihrer Konfession, ihrer sozialen Stellung oder sonstigen Lebensumstände, ein Sterben in Würde erleben. Das ist sein Ziel. Und vor diesem Hintergrund „ist es mein Job, unseren Mitarbeiterinnnen und Mitarbeitern den Rücken zu stärken und dafür zu sorgen, dass sie die Rahmenbedingungen haben, um gute Hospizarbeit machen zu können“. Und sein Job ist es auch, all jenen, die im Umgang mit dem Tod Hilfe brauchen, die Angst zu nehmen, um diese Hilfe zu bitten. Tatsächlich: Viele Menschen trauen sich nicht bei Hospizdiensten anzurufen. Warum das so ist? „Vielleicht ist es die Angst zu stören. Vielleicht mögen sie sich nicht so wichtig nehmen. Vielleicht ist da auch die Sorge vor Kosten.“ Doch Hilfe in der letzten Lebensphase zu bekommen, im Abschied vom Leben und in der gemeinsamen Trauer – das ist wichtig. Und Geld kostet die ehrenamtliche Sterbebegleitung nicht. Deshalb wird Volker Eggeling nicht müde zu betonen: „Egal um welche Uhrzeit – wenn Sie uns brauchen, als Patient, Angehöriger oder Freund – rufen Sie uns an.“ Dasselbe gilt für Vereine, Verbände, Sozialstationen. „Alle, die etwas über den Hospizdienst erfahren wollen, sind herzlich eingeladen sich zu melden. Wir kommen gern, um zu informieren.“

Frauke Kuhl nickt bei diesen eindringlichen Worten. Seit inzwischen 17  Jahren ist die 73-Jährige in der Hospizarbeit tätig. Vor zwei Jahren hat sie den Hospizverein Süderbrarup mit auf den Weg gebracht. 15 Sterbebegleiter arbeiten hier – unabhängig von ihrer Konfession nach dem „Celler Modell“ ausgebildet. Die Ausbildung sei auch ein Weg zur eigenen Persönlichkeitsbildung, sagt Frauke Kuhl. Es sei erstaunlich wie die Beschäftigung mit Leben und Tod den eigenen Alltag verändere. Und die Sterbebegleiter aus Süderbrarup werden bis weit ins Kreisgebiet hinein angefragt – selbst aus Gelting oder Langballig. So spricht die Koordinatorin von einer erfolgreichen ersten Phase der Vereinsarbeit. Nun gehe es daran, weitere Ehrenamtler zu schulen, neue Vereinsmitglieder zu gewinnen, den Hospizgedanken in die Welt zu tragen und – wie gesagt – die Versorgung von Patienten in der ländlichen Fläche auf professionelle Beine zu stellen. „Professionalisieren“, das bedeute nicht, mit hauptamtlichen Angestellten zu arbeiten. „Die Hospizarbeit braucht das Ehrenamt“, betont Frauke Kuhl. Doch die Strukturen des gemeinnützigen Vereins folgen gesetzlichen Vorgaben, die Arbeit und der Umgang mit Geldern sollen transparent und kontrollierbar sein. Denn auch das ist ein Thema: Die Verwendung von Förder- und Spendengeldern. „Wir sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen“, sagt Volker Eggeling. Der Verein trägt Ausbilder- und Verwaltungskosten, auch Aufwendungen wie etwa Fahrtkosten. Einnahmen dagegen hat er kaum – die Sterbebegleitung ist kostenlos. Und das soll auch so bleiben.




> Informationen per E-Mail an

info@hospizdienst-suederbrarup.de oder Tel. 0162-6304129 (F. Kuhl).

Informationsabend Mi, 31. Januar, um 19 Uhr, Kirchengemeinde Süderbrarup, Holmer Straße 3


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