Kropp : Frühjahrsputz im Freibad

Bademeisterin Katja Thiel und Bauhofleiter Timo Petersen inspizieren die kaputten Fliesen im großen Schwimmbecken.
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Bademeisterin Katja Thiel und Bauhofleiter Timo Petersen inspizieren die kaputten Fliesen im großen Schwimmbecken.

Bademeister und Bauhof-Mitarbeiter bereiten den Saisonstart am 1. Mai vor / Teuerste Neuanschaffung sind zwei Wasserpumpen

shz.de von
24. März 2017, 07:12 Uhr

„Karies und Wurzelbehandlung“ lautet die Diagnose von Bademeisterin Katja Thiel, als sie auf das Babybecken des Kropper Freibads schaut: Von den 40 Jahre alten Fliesen müssen etliche erneuert werden. Der Grund dafür liegt im Wasser, erklärt Bauhofleiter Timo Petersen, denn durch die Zugabe von Chlor, das der Desinfektion dient, „entsteht Salzsäure, die den Zement angreift“. Seit Mitte Februar bereiten seine Mitarbeiter die Anlage gemeinsam mit den Bademeistern auf den Saisonbeginn am 1. Mai vor.

Voraussetzung für die Reparaturarbeiten im Becken sind Plustemperaturen, damit das Wasser abgelassen werden kann – insgesamt 2500 Kubikmeter. „Frost würde in jede Ritze kriechen und das Becken kaputt machen“, so Petersen. Daher bleibt das Wasser den Winter über im Freibad. Nun, wo es auf dem Trockenen liegt, offenbart sich der Boden als Mosaik blauer Fliesen, weil die Originale der 70er-Jahre längst nicht mehr hergestellt werden. Die Reinigung mit dem Hochdruckreiniger mache ihr richtig Spaß, meint die Bademeisterin: „Es ist schön zu sehen, was man geschafft hat.“

Auch außerhalb des Beckens wird fleißig gearbeitet, das zeigt sich bereits am Eingang des Freibads, wo eine Rampe entsteht. Bisher mussten Menschen mit Gehbehinderung oder Familien mit Kinderwagen am Seiteneingang klingeln, um Einlass zu bekommen. Diese Hilfe werden sie künftig nicht mehr benötigen. Abgebaut wird dagegen die Solarabsorberanlage, die einst das Badewasser erwärmen sollte. Sie sei altersschwach, sagt der Bauhofleiter, und nicht mehr in Betrieb, seit 2007 eine Biogasanlage ihre Aufgabe übernommen habe. Auf der Fläche wird ein Beachvolleyballfeld entstehen.

Der Rest des 1,4 Hektar großen Geländes wird derweil auf Vordermann gebracht. Die Rabatte neben dem Schwimmbecken werden neu bepflanzt – die Koniferen sind bereits weg. „Das sah aus wie auf dem Friedhof“, meint Timo Petersen. Dort ist zudem eine Lounge-Ecke mit Möbeln aus Holzpaletten geplant. „Es wird freundlicher und offener“, sagt Thiel, deren Kollege Volker Schulze sich derzeit zum Bademeister weiterbildet.

Die Außenduschen erhielten neue Leitungen mit zwei Rohren, statt wie bisher nur einem. „So bleibt das Wasser in Bewegung, was die Gefahr von Legionellen vermindert“, erklärt Petersen – wobei sie damit bisher nie Probleme gehabt hätten. Die neue Flutlichtanlage am Becken macht 24-Stunden-Schwimmen oder Mitternachtsschwimmen möglich. Pläne dafür habe sie bereits, so Katja Thiel. Daneben bekommen die Umkleiden 30 neue Spinde.

Die teuerste Anschaffung ist für die Freibadbesucher nicht sichtbar: Die beiden 40 Jahre alten Wasserpumpen werden ersetzt. Zwar funktionierten sie noch einwandfrei, so Petersen, seien von der Leistung her aber zu groß und würden viel Strom verbrauchen. „Wir werden sie verkaufen“, erklärt er. Die neuen Pumpen werden im April geliefert und sind elektronisch regulierbar, so dass ihre Leistung besser dem jeweiligen Bedarf angepasst werden kann. Die Kosten von 45  000 Euro würden zu 40 Prozent gefördert.

Sobald Reparatur und Reinigung erledigt sind, wird das Becken wieder mit Wasser gefüllt, das im eigenen Brunnen aus 17 Metern Tiefe hochgepumpt wird. „Das Befüllen dauert acht Tage“, mein Katja Thiel. Die neuen Pumpen würden spätestens eine Woche vor der Eröffnung ihre Arbeit aufnehmen, damit die Wasserqualität stimmt, erklärt Timo Petersen. Die endgültige Freigabe erfolgt durch das Gesundheitsamt.

In der Saison werden im Freibad täglich Temperatur, pH-Wert, Chlorgehalt und dessen desinfizierende Wirkung im Wasser gemessen. Regelmäßige Untersuchungen auf Keime und Bakterien nimmt die Kieler Christian-Albrechts-Universität vor.


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