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Ute Dirks : Frühere Kreisvorsitzende verlässt die SPD

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ute Dirks ist aus der SPD ausgetreten. Für ihre Entscheidung nennt sie zwei Gründe.

Sie war fast 21 Jahre Parteimitglied und stand zu Beginn des Jahrtausend sogar eine Zeitlang dem Kreisverband Schleswig-Flensburg vor – doch nun ist Ute Dirks (48) aus der SPD ausgetreten. „Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen, aber ich bin immer ein geradliniger Mensch gewesen“, erklärt die Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Schleswig-Holstein Nordost mit Sitz in Schleswig. Sie könne sich einfach nicht mehr mit der sozialdemokratischen Politik auf Landes- und Bundesebene identifizieren. „Was da schulpolitisch läuft, ist eine Katastrophe“, sagt die zweifache Mutter und verweist auf den massiven Unterrichtsausfall.

Besonders geärgert hat Dirks auch die Einrichtung einer Pflegeberufekammer. Die Gewerkschaftsfunktionärin hatte das Vorhaben der Landesregierung, die rund 25  000 Pflege-Beschäftigten in Schleswig-Holstein zwangsweise in einer eigenen Kammer zu organisieren, vehement bekämpft und in diesem Punkt insbesondere mit der Schleswiger SPD-Landtagsabgeordneten Birte Pauls über Kreuz gelegen. Pauls ist pflegepolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Die SPD sei zuvor immer gegen das Kammersystem gewesen, beklagt Dirks.

Mit der SPD auf kommunaler Ebene habe ihr Entschluss nichts zu tun, betont Dirks, die dem Ortsverein Borgwedel angehörte. „Sowohl im Kreis als auch in der Stadt Schleswig macht die Partei gute Arbeit.“

Zugleich verweist Dirks darauf, dass ihr Austritt aus der SPD eine reine Privatsache sei und nichts mit ihrem Beruf als Gewerkschaftsfunktionärin zu tun habe. „Wir sind als Einheitsgewerkschaft überparteilich unterwegs“, sagt die Verdi-Frau.

Birte Pauls, stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende, findet es „äußerst bedauerlich“, dass die Partei mit Ute Dirks ein prominentes Mitglied verliert. „Wir haben über Jahre immer gut zusammengearbeitet.“ Zugleich kritisiert sie, dass die Gewerkschafterin ausgerechnet den Streit um die Pflegekammer als einen Grund für ihre Entscheidung angeführt habe. Pauls: „Es gibt viele Verdi-Mitglieder, die sich die Kammer gewünscht haben.“

Der SPD-Kreisverband hat aktuell rund 1400 Mitglieder. Vorsitzender ist Ralf Wrobel aus Brebel.

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erstellt am 17.Nov.2015 | 12:09 Uhr

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