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Schleswiger Spenden : Frisches Wasser für eine Grundschule in Afghanistan

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Jugendzentrums-Mitarbeiter Farid Ahmadzai sammelt weiter Spenden für seine Heimatfregion Scheberghan.

Anderthalb Jahre ist es her, dass Farid Ahmadzai zum ersten Mal seit 2001 wieder seine Heimatstadt Scheberghan im Norden Afghanistans besuchte. Was er sah, erschütterte ihn. Das Land, das er kannte, bevor die Taliban es nach und nach unterjochten und bevor dann die Armeen der westlichen Welt kamen, gab es nicht mehr. Vom Sportplatz der Schule, auf der er in den Achtzigern sein Abitur machte, war ein löchriger Acker übrig geblieben mit einem verrosteten Fußballtor und einem Pfeiler, an dem einst ein Basketballkorb hing.

Heute sieht der Sportplatz ganz anders aus – dank 2250 Euro Spenden, die Farid Ahmadzai in Schleswig, seiner neuen Heimat, sammelte. Aber damit nicht genug. Sein nächstes Hilfsprojekt ist längst angelaufen. Diesmal geht es um eine Grundschule in einem Dorf vor den Toren Scheberghans. Dort ist alles noch viel trostloser als in der Stadt. Bisher konnten die Kinder in den Pausen nur das Wasser trinken, das sie von zu Hause mitschleppten. 1000 Euro reichten, um einen 40 Meter tiefen Brunnen zu bohren. Das Geld sammelte Ahmadzai auf einer Kundenparty im Husumer Expert-Elektromarkt. Den Kontakt hatte sein Cousin Sabawoon Paiwastoon hergestellt, der dort arbeitet. Filialleiter Sören Andresen und Geschäftsführer Thorsten Christiansen waren sofort angetan von der Idee. Mehrere afghanische Familien aus Schleswig und Umgebung bereiteten für die Veranstaltung ein Buffet zubereitet mit traditionellen Gerichten aus ihrer Heimat. „Dass Essen schmeckte den Kunden so gut, dass die Mitarbeiter selbst nichts mehr abgekriegt haben“, sagt Ahmadzai.

Wie schon im vergangenen Jahr, leitete er das Geld dann über den Verein Kulturnetz Schleswig an seinen Bruder in Afghanistan weiter, der sich darum kümmerte, dass es an der richtigen Stelle ankam. Das nächste Projekt ist schon in Planung: ein Stromanschluss für die Schule, damit Lehrer und Schüler das Wasser nicht mehr per Hand pumpen müssen.

Die Unterschiede zwischen Stadt und Land und insbesondere zwischen Arm und Reich seien viel größer geworden, seit er Afghanistan verlassen habe, sagt Farid Ahmadzai. „In meiner Jugendzeit gab es eine richtig große Mittelschicht. Heute haben zehn Prozent der Leute Geld, zehn Prozent gehören zur Mittelschicht und alle anderen leben in bitterer Armut.“

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erstellt am 04.Jan.2014 | 07:45 Uhr

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