zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

22. Oktober 2017 | 23:13 Uhr

Frisches Brot – wie in alten Zeiten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Brotbacktag an der Mühle „Hoffnung“ lockte wieder zahlreiche Liebhaber von frischen Backwaren nach Munkbrarup

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Es roch lecker nach frischem Brot, als gegen Mittag der Verkauf im kleinen Backhaus neben der Mühle „Hoffnung“ in Munkbrarup begann. Die Vorbereitungen aber waren schon lange vorher angelaufen. Bereits am Vortag war der von Hand mit Lehm gemauerte Backofen mit gut durchgetrocknetem Holz vorsichtig angeheizt worden. Am Backtag selbst, der wieder eine Publikumsmagnet war, wurde er dann von 4 bis 8 Uhr in der Frühe voll aufgeheizt – bis auf eine Temperatur von fast 400 Grad. Parallel dazu formte Christel Pagel, Mühlenbesitzerin und Hobby-Bäckerin, aus verschiedenen speziell vorbereiteten Teig-Arten die Brotlaibe.

Nachdem die Asche aus dem Innenraum herausgekehrt und der Ofen sorgfältig gereinigt worden war, begann der eigentliche Backvorgang in mehreren Schritten. Zunächst wurden bei etwa 360 Grad 35 Laibe Schwarzbrot von je 1000 Gramm in den Ofen geschoben. Nachdem sie durchgebacken waren, folgten bei 240 Grad 40 Graubrote von 950 Gramm. Dann kamen in den mittlerweile auf 200 Grad abgekühlten Ofen 25 Laibe Weißbrot mit einem Gewicht von 600 Gramm. Die anschließend immer noch vorhandene Restwärme reichte sogar noch dazu aus, um eine Serie von „Müllerfladen“, eine Art kleine deutsche Pizza, zum Teil mit Fleisch und zum Teil rein vegetarisch bestückt, sowie Butter- und Apfelkuchen zu backen. „Die immer noch vorhandene restliche Wärme könnte noch den ganzen Tag genutzt werden“, erklärte die nebenamtliche Bäckerin, „zum Beispiel zum Plätzchenbacken.“ Leider aber reiche dafür die Zeit nicht mehr aus.

Die Kundschaft ließ aber auch ohne Plätzchen nicht lange auf sich warten, um die größtenteils vorbestellten Backwaren abzuholen. Dazu gehörte auch Ingrid Greve aus dem Munkbraruper Ortsteil Siegum. Sie schwärmte geradezu von dem frischen Brot. „Es ist wunderbar aromatisch, seine Bestandteile sind naturbelassen und ohne künstliche Aromen oder Zusätze.“ Auch Ulrike Tepel aus Glücksburg schätzt die Frische und fühlt sich beim Geschmack an ihre Jugendzeit erinnert, als Brot noch ein in jeder Beziehung handwerkliches und kein Industrieprodukt war.

Christel Pagel will mit ihren gelegentlichen Aktivitäten dem heimischen Bäckerhandwerk keine Konkurrenz machen. Ihre Backtage stehen immer in zeitlichem Zusammenhang mit besonderen Ereignissen in und an der Mühle. Dazu gehören nach ihrer Aussage zum Beispiel Hochzeiten, Taufen oder Feste, die ein Betrieb für seine Belegschaft veranstaltet. Insgesamt sei alles Teil ihres Bemühens, einer interessierten Öffentlichkeit den Weg vom Getreide über den Mahlvorgang bis zum fertigen Brot praktisch zu verdeutlichen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen