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Neugestaltung schreitet voran : Frisches Brot vom Pausenhof

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Kropper Geestlandschule weiht einen gemauerten Backofen ein.

„Jetzt fehlen nur noch ein Räucherofen und ein Hühnerhof“, meinte Heinz Schlüter bei der Einweihung des neuen Brotbackofens der Kropper Geestlandschule. „Dann isst man hier das, was man herangezogen hat“, ergänzte er. Der Backofen sei ein Mosaikstein in der Neugestaltung des Schulhofes und immer sein Traum gewesen, so der Schulleiter. Neben Brot und Pizza soll darin auch mal ein Krustenbraten gebacken werden, sagte er und schmunzelte.

Ein weiterer Mosaikstein wurde nach jahrelangem Einsatz von Lehrern und Schülern jetzt ebenfalls fertig: Der „Bettermann-Innenhof“. Benannt ist er nach dem Maler und Grafiker Gerhart Bettermann (1910-1992), der viele Jahre in Winnemark an der Schlei gelebt hat und dessen Kunstwerk eine der Wände ziert. 2008 hatten die Schüler ihre Ideen für die Neugestaltung des Schulhofs gesammelt, die der Landschaftsarchitekt Johannes Kahl zwei Jahres später in dem Bauplan für die neue Gestaltung berücksichtigte.

2012 begannen die Neunt- und Zehntklässler damit, den Innenhof – er bestand nur aus Sand, Schutt und Unkraut – mit Kieselsteinen aufzufüllen. Ab 2015 entstand in der Mitte ein kleiner Teich mit Pumpe und Findlingen. Drum herum bepflanzten sie einen Halbkreis mit Buchsbäumen, die die Firma Fielmann gespendet hatte. Den anderen Halbkreis fassten sie mit Stahlbändern ein, eine Spende der Firma Kropper Kunststoffbeschichtung. Die darin verlegten Steine haben die Jugendlichen von zu Hause mitgebracht oder auf dem Schulweg gefunden. Um die Pflege mit Unkrautjäten und Algenentfernung kümmern sich die Schüler der zwei Wahlpflichtkurse „Schulhofgestaltung“.

„Ohne Spenden wäre die Planung nicht möglich gewesen“, bedankte sich Heinz Schlüter bei den Sponsoren, darunter die Zimmerei Knutzen und Schleth. Deren Lehrling Rune Knutzen, der selbst die Geestlandschule besucht hat, verpasste dem Brotbackofen sein schickes Dach. Die Maurerarbeiten hatte der Hausmeister der Schule, Hans-Jürgen Greve, übernommen. „Er ist gelernter Maurer“, so Schlüter. Die gelben und roten Steine hatte die Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF) gespendet. Zuvor hatten die Schüler bei sich zu Hause alles auf den Kopf gestellt, um Metallschrott zu sammeln. „Den brachten wir zur ASF und im Gegenzug erhielten wir eine Geldspende und die Steine“, erzählte der Schulleiter. Letztere mussten die Schüler mühsam in Handarbeit von Mörtelresten reinigen. „Sie haben geschuftet“, so Heinz Schlüter anerkennend. Dank des Einsatzes kostete der Ofen letztlich nur 600 Euro, wovon ein Teil die Gemeinde übernahm.

Zur Einweihung gab es natürlich eine Kostprobe. Geschickt holte der 15-jährige Schüler Til vier frische Brotlaibe nacheinander aus dem Backofen. Das vier Stunden zuvor entfachte Feuer brannte längst nicht mehr, denn die verbauten Schamottsteine speicherten die Hitze lange genug, um darauf die Brote zu backen. Das Fladenbrot aus Weizen und das dunklere Brot aus einem Roggen-Weizen-Gemisch wurden mit Aufstrichen serviert, die Siebtklässler des Kurses frisch zubereitet hatten.

„Die flachen Brote lagen vorne im Ofen, die höheren hinten“, erklärte Lehrerin Martina Harmsen. Gemeinsam mit ihren Kollegen Regina Faust und Arne Reichardt betreut sie das Schulhofprojekt. Sie hätten Literatur gewälzt, um das Brotbacken zu lernen, so Schlüter. Dennoch sei es anfangs schief gegangen: „Das obere Drittel des ersten Brotes schmeckte gut, der Rest war verbrannt.“ Inzwischen hat sich der Ofen eingebrannt. Til und seinen Klassenkameraden der 10d jedenfalls schmeckte das frische Brot: „Lecker!“

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