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Holmer Fischer : Frischer Aalnachwuchs für die Schlei

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Beim zweiten „Aalutsetten“ in diesem Jahr wurden zwischen Schleswig und Maasholm erneut rund 50 000 Jungfische ins Wasser gelassen.

An den Sommer 1995 kann sich Jörn Ross noch gut erinnern. Ungewöhnlich heiß sei es damals gewesen, über Wochen. Und mindestens genau so ungewöhnlich, und zwar ungewöhnlich gut, sei auch der Ertrag bei der Aalfischerei gewesen. „Da hatten wir richtig viele. Aber danach war Schluss“, erinnerte sich der Holmer Fischer gestern zurück. Auf ähnlich gute Fangzahlen wie vor fast 20 Jahren hofft er schon lange nicht mehr. Aber zumindest besser soll es werden – und wird es auch schon. Seitdem die Schleswiger Fischerzunft und die Gemeinschaft der Fischer aus Arnis, Kappeln und Maasholm vor vier Jahren damit begonnen haben, Jungaale in großen Massen in der Schlei auszusetzen. Gestern war es wieder so weit.

Um kurz vor 8 Uhr versammelten sich die Schleswiger Fischer am Holm und warteten auf die wertvolle Fracht: Ein Lkw aus Halstenbek mit tausenden jungen Glasaalen an Bord. Die wurden zuvor „ordentlich gemästet“, wie Mitorganisator Olaf Jensen, ein Fischer aus Kappeln, erklärte. Rund acht Gramm wiegt jedes der Exemplare, die gestern nun ein neues Zuhause in der Schlei gefunden haben. Rund 135 Kilogramm (das entspricht etwa 16 500 Jungaalen) wurden auf vier Boote verteilt und zwischen dem Wikingturm und der Stexwiger Enge sowie Fahrdorf und Füsing ausgesetzt. Weitere rund 35 000 Aale fanden im Laufe des Tages vor Missunde, Karschau, Kappeln, Arnis und Maasholm ihren Weg in die Schlei.

Damit sind in diesem Jahr so viele Jungtiere wie noch nie seit Beginn der Aktion ausgesetzt worden. Denn bereits im April und Mai waren es 190 000, wenn auch mit je 3,3 Gramm deutlich kleinere, Aale gewesen. Zum Vergleich: 2010 wurden 32 000 der Wanderfische in die Schlei ausgesetzt, 2011 rund 57 000, 2012 über 65 000 und im vergangenen Jahr 91 000. „Wir bekommen viel Unterstützung. In diesem Jahr waren die Preise zudem günstig, deshalb konnten wir noch mehr Jungtiere als geplant kaufen“, erklärte Olaf Jensen.

Dass sich die Aktion auszahlt, davon sind nicht nur der Kappelner Fischer, sondern auch seine Schleswiger Berufskollegen überzeugt. „Man merkt schon, dass es nach und nach wieder mehr werden. Aber die Aale brauchen vier, fünf Jahre, bis sie fertig sind“, sagte Jörn Ross, der sich noch aus einem zweiten Grund über die Aktion freute. Denn an das „Aalutsetten“ gekoppelt ist seit zwei Jahren die Verleihung der „Goldenen Reuse“. Der Wanderpokal, mit dem der Einsatz für den Aalbesatz und den Erhalt der gewerblichen lokalen Kleinfischerei in der Schlei gewürdigt wird, ging diesmal an seinen Anfang Juli verstorbenen Vater Harald Ross. Dazu waren die Familie und die Schleswiger Kollegen zur offiziellen „Aalutsetten“-Veranstaltung nach Maasholm gefahren.

 

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erstellt am 22.Aug.2014 | 07:45 Uhr

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