Årsmøde mit Pia Kjærsgaard : Freundliche Worte aus Kopenhagen

Parlamentspräsidentin Pia Kjærsgaard gratulierte zum Welterbetitel für Haithabu.
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Parlamentspräsidentin Pia Kjærsgaard gratulierte zum Welterbetitel für Haithabu.

Beim Jahrestreffen der dänischen Minderheit lobt Parlamentspräsidentin Pia Kjærsgaard das gute Miteinander in der Region.

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04. Juni 2018, 08:03 Uhr

Ihr Auftritt sorgte im Vorfeld zwar nicht für große Proteste, aber doch für eine gewisse Unruhe und einigen Gesprächsstoff: Pia Kjærsgaard, Dänemarks Parlamentspräsidentin und einstige Vorsitzende der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei war der prominenteste Gast beim Jahrestreffen der dänischen Minderheit gestern Nachmittag auf dem Gelände der A.P.-Møller-Schule.

Falls irgendjemand große Erwartungen an Pia Kjærsgaard hatte, so wurden diese enttäuscht. Die 70-jährige Politikerin aus Kopenhagen verspätete sich um eine knappe Stunde, eilte dann aber schnell ans Mikrofon und verlas einen Text, für den sie am Ende einen höflichen Applaus erntete und den ein Repräsentant fast jeder anderen dänischen Partei genau so hätte vortragen können. Sie freute sich über die aller Voraussicht nach bevorstehende Verleihung des Unesco-Welterbetitels an Haithabu und das Danewerk und ging ein auf das bevorstehende Jubiläum der „Wiedervereinigung“, wie man in Dänemark die Eingliederung Norschleswigs ins Königreich nach der Volksabstimmung von 1920 nennt. Sie lobte das gute Miteinander von Minderheit und Mehrheit im deutsch-dänischen Grenzland ebenso wie die gute Zusammenarbeit mit Schleswig-Holstein auf der Ebene der nordeuropäischen Regierungen. Daran knüpfte Schleswig-Holsteins Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) an, als er seine Hoffnung ausdrückte, dass vom Jubiläumsjahr 2020 „auch neue Impulse für die Zusammenarbeit zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark ausgehen“. Beeindruckt zeigte er sich von den „vielen tollen Veranstaltungen“, die die dänische Minderheit anlässlich ihres Jahresfestes auf die Beine gestellt habe.

Das Freilufttreffen gestern Nachmittag mit zahlreichen musikalischen Einlagen bildete den Abschluss eines zweitägigen Festprogramms. Mit rund 700 Teilnehmern lag die Beteiligung unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Manche Teilnehmer führten das auf die bedrohlich dunklen Wolken am Himmel zurück, die sich bis zum frühen Abend dann aber doch nicht abregneten. Auch das ungleich größere Promi-Aufgebot bei der parallelen Jahrestreffen-Veranstaltung in Flensburg mit den Ministerpräsident Daniel Günther (Schleswig-Holstein) und Lars Løkke Rasmussen (Dänemark) in Flensburg könnte eine Rolle gespielt haben.

Auffallend kleiner als früher war der Festumzug mit wehenden Dannebrog-Fahnen. Ging es früher über anderthalb Kilometer von der Hjort-Lorenzen-Schule bis zum SIF-Sportplatz an der Husumer Straße, so führte der Umzug gestern über eine mehr als doppelt so lange Strecke vom Slesvighus bis auf die Freiheit. Vielleicht war dies ein Grund, warum die Mehrzahl der Teilnehmer lieber gleich mit dem Auto zum Festgelände fuhr.

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