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St.-Johannis-Kloster : Freier Blick auf Wandmalereien

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In der Kapelle des St.-Johannis-Klosters wurde nach 15 Jahren eine Schutzvorrichtung für Kunstwerke aus dem 15. Jahrhundert entfernt.

Es ist ein Anblick, auf den die Besucher der Kapelle des St.-Johannis-Klosters lange Zeit verzichten mussten: die freie Sicht auf die gotischen Kalktünchmalereien. Nach etwa 15 Jahren wurde nun die sogenannte Einhausung, die damals als Schutz für die wertvollen Malereien installiert worden waren, entfernt. Besonders die Kunstwerke an der Westseite hatten erheblich unter den schwankenden klimatischen Verhältnisse im Kirchenraum gelitten und starke Schäden davongetragen. Auch die Einhausung konnte daran nichts ändern.

Diese Schwankungen entstanden durch die verschiedenen Bedingungen an Vorder- und Rückseite der Westwand. Während vorne das Kirchenklima herrschte, wirkte auf der Rückseite das kalte und feuchte Klima des Turms auf die ungeschützte Wand ein. Immer mehr löste sich deshalb der Kalkputz ab – und mit ihm die wertvollen Malereien. Hervorgerufen wurden diese Schäden unter anderem durch Salze, die sich in der Wand eingelagert hatten und unter bestimmten Bedingungen kristallisieren. Sie vergrößern dabei ihr Volumen und sprengen dadurch regelrecht Partikel aus der Wand. Diesem Prozess versuchte man entgegenzuwirken und sah seinerzeit keine bessere Möglichkeit, die mittelalterlichen Malereien zu schützen, als die Einhausung zu bauen.

„Nun haben wir aber eine deutlich schönere Lösung“, freut sich Konstantin Henkel vom Freundeskreis des St.-Johannis-Klosters über die Installierung einer neuen Klimaschutzwand. „Diese liegt hinter der Westwand und schützt sie so vor den klimatischen Einflüssen des Turmgemäuers“, erklärt er, „auf diese Weise sorgt sie für ein ausgeglichenes Klimaverhältnis auf beiden Seiten.“ Und so seien auch die wertvollen Malereien keinen Klimaschwankungen mehr ausgesetzt.

Noch in diesem Frühjahr sollen auch die Restaurierungsarbeiten an den Kalktüncharbeiten abgeschlossen werden. Sie dienten vor allem der Fixierung der Malereien. Besucher können nun das Heiligenfries aus der zweiten Hälfte 15. Jahrhunderts uneingeschränkt betrachten. Natürlich sind auch die Weinranken und die vier schildförmigen Adelswappen auf der Südseite der Kirche einen Blick wert. Sie sind aufgrund ihrer geschützten Position weniger stark beschädigt: „Wir sind sehr froh, dass wir mit der Klimaschutzwand und dem dadurch ermöglichten Abbau der Einhausung unser nächstes großes Projekt beenden konnten“, erklärt Konstantin Henkel, „einen großen Teil zur Realisierung des Projektes haben wir dem Landesamt für Denkmalpflege und der großzügigen Unterstützung der Schleswiger Stadtwerke zu verdanken.“

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