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Baltic Open Air 2015 in Schleswig : Frei.Wild-Gegner rufen zum Festival-Boykott auf

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Initiative „Keine Bühne für Nationalisten“ macht gegen das Baltic Open Air auf der Schleswiger Freiheit mobil – und lädt für diesen Sonntag zu einer Diskussionsveranstaltung ein.

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erstellt am 07.Aug.2015 | 07:00 Uhr

Drei Wochen noch, dann steigt auf der Freiheit das Baltic Open Air (BOA) mit seinem umstritten Headliner Frei.Wild. Die Kritiker, die der Band aus Südtirol eine Nähe zu rechtsradikalem Gedankengut vorwerfen, haben sich in den vergangenen Wochen unter anderem im Internet auf einer Facebook-Seite mit dem Namen „Keine Bühne für Nationalisten“ formiert. Sie rufen zum Boykott des BOA auf. Auf Flugblättern blieben die Initiatoren bislang anonym.

Jetzt wollen sie erstmals öffentlich in Erscheinung treten. An diesem Sonntag, 9. August, ab 18 Uhr laden sie ein zu einer Diskussions- und Informationsveranstaltung im Hotel Hohenzollern. Referent ist Jörg Welzer. Der 48-jährige Sozialarbeiter und Historiker hat ein Jahr lang undercover in der rechten Szene recherchiert. Er spricht nun über „Rechtsoffene und Grauzonen-Musik“.

BOA-Veranstalter Daniel Spinler reagiert betont gelassen auf die Diskussionen. „Frei.Wild ist einfach eine Band, die im Moment extrem angesagt ist“, sagt er. Der Vorverkauf für das Festival am 28. und 29. August auf der Freiheit laufe ausgesprochen gut. „Die Debatte über unsere Veranstaltung hat uns dabei ganz offensichtlich geholfen.“

Die Initiative „Keine Bühne für Nationalisten“ hatte Spinler ursprünglich für dieses Wochenende zu einer Diskussion einladen wollen, was Spinler aber ablehnte, weil er „nicht mit einer anonymen Internetseite, sondern mit realen Personen“ reden wolle, wie er gegenüber den Schleswiger Nachrichten erklärte. Zur Veranstaltung am Sonntag ist er nach eigener Auskunft nicht eingeladen worden.

Die Anti-Frei.Wild-Initiative plant unterdessen ein Gegen-Festival, das am selben Wochenende wie das BOA stattfinden soll, und zwar auf dem Gelände des alternativen Kulturzentrums Luftschlossfabrik am Flensburger Harniskai.

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