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Schleswig : Förtsch-Konzerte als Gipfel der "Hofmusik"

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erstellt am 04.Mai.2013 | 08:06 Uhr

Schleswig | Das letzte Konzert im Rahmen der "Gottorfer Hofmusik" 2013 war nicht nur der Abschluss, sondern auch ein krönender Höhepunkt dieser Reihe. Es musizierte das renommierte Ensemble Weser-Renaissance Bremen; geboten wurden Geistliche Konzerte vom Gottorfer Hof-Kapellmeister Johann Philipp Förtsch (1652-1732).

Die zehn Konzerte, die an diesem Abend zu Gehör kamen, waren sehr unterschiedlicher Natur, zumal sie für verschiedene kirchliche Feste vorgesehen waren. Es ließen sich schon - in Bach´scher Vorwegnahme - Rezitativ und Arie erkennen. In den meisten Fällen waren die Worte Jesu Christi dem Bass anvertraut worden, der ihnen mit seiner voluminösen und tiefgründigen Stimme Gehalt und Struktur verleihen konnte. Die Tenöre fügten Betrachtungen und Kommentare hinzu.

So war es zum Beispiel bei der Vertonung von Psalm 15 "Herr, wer wird wohnen in deiner Hütten?". Hier gebührt dem Altus hohes Lob. Auch die Kantate "Wer mich liebet, der wird mein Wort halten" hatte diesen Duktus - sie kann als "Grundlage des Glaubens" bezeichnet werden. Christus sagt den oben genannten Satz, und die beiden Soprane antworten auf diese Worte.

Die Kantate "Der Herr hat seinen Engeln befohlen" nach Psalm 91 zeigte deutlich, dass die Sängerinnen und Sänger sich stets in die vorgegebene Situation hineinfühlen konnten und danach die Texte entsprechend sinnvoll gestalteten. Die Kantate "Weh denen, die auf Erden wohnen" bezeichnet Förtsch als "Lamento"- der Sopran legt die negativen Dinge des menschlichen Lebens dar, dazu singt der Tenor den Text "Herzlich tut mich verlangen nach einem sel´gen End" auf die Melodie "O Haupt voll Blut und Wunden".

Schlusswerk war das geistliche Konzert "Nun danket alle Gott, der große Dinge tut" mit dem bekannten Text. Freudig bewegt erklangen diese Worte, bei denen alle Stimmen beteiligt waren. Ein strahlendes Halleluja beendete diese Kantate, beendete diesen Tag und beendete die diesjährige Konzert-Serie. Es folgte nur noch ein minutenlanger Beifall aus der vollbesetzten Schloss-Kapelle.

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