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Amt Haddeby : Flüchtlinge lernen Rauchmelder kennen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Feuerwehrleute erklären die Funktion des Gerätes und zeigen, wie man Brände verhindert.

Feuer ist international und kennt keine Landesgrenzen. In zahlreichen Ländern übernehmen Feuerwehren die Brandbekämpfung, doch in Sachen Notruf gibt es weltweit Unterschiede. In Europa gilt die „112“. Dagegen kann man im Ausland nicht immer über diese bekannte Nummer Hilfe holen. Wie sieht es bei der Brandschutzerziehung mit den Kenntnissen der derzeit insgesamt 120 Flüchtlinge aus, die seit rund zwei Jahren im Amtsbereich Haddeby leben? Wissen die Menschen in ihrer neuen Heimat, wie man sich bei einem Feuer verhält?

Unter dem Motto „Herzlich willkommen bei der Feuerwehr“ sollten diese Fragen geklärt werden. Das Team der Haddebyer Brandschutzerzieher begrüßte in fünf Sprachen rund 100 Besucher im Feuerwehrgerätehaus der Gemeinde Jagel. Zahlreiche Flüchtlingsfamilien, Haddebys Flüchtlingsbeauftragte Jutta Just, Fachdienstleiterin Christine Schaarschmidt sowie Lotsen, Sprachvermittler und Brandschützer nahmen an der Informationsveranstaltung teil. Anhand eines Filmbeitrages und mithilfe des Rauchhauses der Brandschutzerziehung wurden die Flüchtlingsfamilien von Martin Schroer, Mark Ketelsen, Daniela Urban und Susanne Tiebor über die Gefahren von Feuer, die Funktionen eines Rauchmelders und das richtige Verhalten im Brandfall aufgeklärt. Aus Berichten der Flüchtlingslotsen sei ihnen bekannt, dass Rauchmelder oftmals aus Unwissenheit aus den Wohnräumen entfernt würden. „Das Gerät dürfen Sie nicht abbauen, nur weil die Batterie leer ist. Viele werfen es weg, weil es Geräusche macht. Der Rauchmelder ist lebenswichtig, denn er rettet Leben. Bitte klären Sie auch Ihre Freunde über die Funktion des Rauchmelders auf“, appellierte Jutta Just an die Gäste.

Auch im Umgang mit modernen Elektroherden, insbesondere beim Erhitzen von Speiseöl in Verbindung mit Wasser, sei es in jüngster Zeit bereits in einigen Küchen der Flüchtlinge zu brenzligen Situationen gekommen. Die Ratschläge der Brandschützer wurden deshalb mit großem Interesse verfolgt. „Es ist sinnvoll, dass wir das hier machen. Es ist alles sehr gut zu verstehen. Ich hoffe, dass wir niemals die 112 wählen müssen“, sagte Essam Aldarwish aus Damaskus in Syrien. Auch Jevin Abdullah, ebenfalls aus Syrien, fand die Veranstaltung gerade für Eltern mit Kindern wichtig. „Ich habe gelernt, wie gefährlich der Rauch tatsächlich ist, wann ich beim Notfall das Fenster öffne und wie wichtig der Rauchmelder ist“, sagte er.

Dass die Feuerwehr mit ihren ehrenamtlichen Brandschützern innerhalb von zwölf Minuten am Einsatzort eintreffen muss, rief zudem allgemeines Erstaunen hervor. „Das ist ja wirklich sehr schnell“, fand Essam Aldarwish. Für die Mehrheit der Einwanderer sei die Arbeit der Feuerwehr an sich aus der Heimat bestens bekannt, jedoch die Brandschutzerziehung etwas völlig Neues. Dass es sich bei den Frauen und Männern im Brandschutz jedoch um freiwillige Helfer handelt, war indes nicht jedem klar. „Wir machen das freiwillig ohne Bezahlung, nur um anderen zu helfen. Frauen und Männer sind in der Feuerwehr gleichberechtigt. Jeder kann zur Feuerwehr gehen, wenn er will. Wir sind keine Soldaten, tragen keine Waffen, haben aber eine Einsatzkleidung und eine Uniform, damit das einheitlich und gut aussieht“, erklärte Brandschutzerzieher Mark Ketelsen. Dass die Freiwillige Feuerwehr ein wichtiger Bestandteil bei der Integration sein kann, das offenbarte das Miteinander der Menschen während der Veranstaltung, die mit Interesse verfolgt wurde.

Auch das Organisationsteam freute sich über das große Interesse und bedankte sich bei den Teilnehmern für die Bereitschaft zur Weiterbildung. Die dreistündige Veranstaltung wurde mit einer gemeinsamen Mahlzeit beendet, die die Teilnehmer nach Rezepten aus ihrem Heimatland vorbereitet hatten. Alle waren sich einig: Es sollte nicht die letzte Veranstaltung zu diesem Thema gewesen sein.







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