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Schleswiger Familienbildungsstätte : Flucht vor dem Schimmel

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Räume der Familienbildungsstätte Schleswig sind von einem Pilz befallen. Das Kursangebot wird in einer Woche an verschiedene Veranstaltungsorte verlegt.

In den Übungsräumen war nichts zu entdecken, aber ein unangenehmer Geruch in der Familienbildungsstätte des Kirchenkreises hatte die Mitarbeiter misstrauisch werden lassen. Das ungute Gefühl war begründet. Eine Messung ergab, dass in einigen Räumen eine erhöhte Schimmelpilzbelastung besteht. Die Empfehlung der Experten: Sperren.

Eine sofortige Räumung des Gebäudes sei aber nicht nötig gewesen, betont die Leiterin der Einrichtung, Antje Schümann. Sie arbeitete in den letzten Tagen mit Hochdruck daran, alle Kurse andernorts unterzubringen. Über 50 Angebote fanden pro Woche statt und wurden nun auf verschiedene Veranstaltungsorte in der ganzen Stadt verteilt. Im Landesförderzentrum Hören, in Gemeindehäusern und in einer neu angemieteten Wohnung in der Königstraße kommen die Teilnehmer nun unter. Über die genauen Änderungen werden die Kursleiter ihre Gruppen ab Montag persönlich informieren.

Während diese Übergangslösung nun in trockenen Tüchern ist, bleibt die längerfristige Standortfrage für die Familienbildungsstätte ungeklärt. „Fest steht, dass wir weitermachen. Die nächsten Monate werden zeigen, wo genau“, betont Schümann. Weitere Untersuchungen im Gebäude sollen zeigen, welche der mehr als 350 Unterarten des Schimmelpilzes „Aspergillus“ sich eingenistet hat, anschließend werden entsprechende Maßnahmen folgen.

Das akute Problem auf dem Michaelisberg verleiht einem gemeinsamen Projekt dreier Kirchengemeinden nun besonderen Nachdruck: Die Domgemeinde, die St.-Michaeli-Gemeinde und die Friedrichsberger Kirchengemeinde arbeiten derzeit an einem Plan zur gemeinsamen Nutzung ihrer Gebäude. Dompastor Thieme-Hachmann: „Dieses gravierende Problem verschärft die Situation. Wir müssen jetzt die Familienbildungsstätte in diesen Prozess mit reindenken.“ Bei einem ersten Gespräch wurden am Mittwoch bereits der Platzbedarf besprochen und Ideen ausgetauscht. Thieme-Hachmann hofft, das gemeinsame Konzept Anfang nächsten Jahres vorstellen zu können.

Während die Familienbildungsstätte das Sorgenkind auf dem Michaelisberg ist, kann nebenan im Jugendhaus „Friedom“ und im Gemeindehaus der Domgemeinde der Alltag ganz normal weitergehen. In der Familienbildungsstätte gehen am Sonnabend, 14. September, vorerst die Lichter aus – zumindest in den Kursräumen. Antje Schümann und ihre Kolleginnen werden zunächst weiter in den Büroräumen arbeiten, bis eine andere Lösung gefunden ist. Schümann nimmt das gelassen, schließlich sei der „Aspergillus“ teils in stärkeren Konzentrationen auch in Blumenerde, Komposteimern oder der Außenluft zu finden.

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erstellt am 06.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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