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Schleswiger Nachrichten

17. August 2017 | 06:30 Uhr

Flickwerk am Gallberg sorgt für Empörung

vom

Straße wurde nach Kanalarbeiten nur teilweise neu asphaltiert

Schleswig | In der Mitte hui, an den Rändern pfui. So sieht derzeit die Fahrbahn am unteren Gallberg aus. Nach wochenlangen Arbeiten an der Kanalisation haben die städtischen Umweltdienste lediglich diejenigen Straßenbereiche neu asphaltieren lassen, die zuvor für den Einbau neuer Leitungen geöffnet worden waren. Der bröckelnde Asphalt links und rechts blieb liegen. Bürger sind empört. In der SN-Redaktion gingen Beschwerden ein, ebenso beim Schleswiger Bürgerverein. Dessen Vorsitzender Wolfram Weiss hat sich die Straße daraufhin angesehen. Gegenüber unserer Zeitung sagte er gestern: "Das soll doch wohl so nicht bleiben."

Doch, soll es. An den Flickenteppich aus neuem und teilweise stark beschädigtem alten Asphalt werden sich die Autofahrer gewöhnen müssen, verlautete es gestern aus dem Hause der Umweltdienste. Dort ist man mit dem Straßenbild ebenfalls nicht zufrieden, sieht sich aber nicht in der Verantwortung. Warum das so ist, belegen interne Protokolle, die unserer Zeitung vorliegen. Daraus geht hervor, dass der von den Umweltdiensten mit der Planung der Straßenbauarbeiten beauftragte Ingenieur ausdrücklich eine Neuasphaltierung der gesamten Fahrbahn am Gallberg empfohlen hat. Diese hätte je nach Qualität der Bauausführung entweder 25 000 oder 32 000 Euro gekostet - Bauamt und Umweltdienste hätten sich die Kosten geteilt. Die Umweltdienste schlugen dem Bauamt daraufhin eine Komplettasphaltierung vor, doch die Behörde lehnte ab.

Offenbar ließ sich das Bauamt bei seiner Entscheidung von dem Gedanken leiten, dass der Gallberg zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin komplett saniert werden solle und daher jeder derzeit zusätzlich investierte Euro verschwendet wäre. Denn wie das Rathaus auf Anfrage mitteilte, seien für den Gallberg als Teil des Sanierungsgebietes Innenstadt Städtebaufördermittel beantragt worden. 390 000 Euro habe man veranschlagt. Wann genau der Gallberg saniert werden soll, steht jedoch nicht fest.

Die Entscheidung des Bauamtes beschäftigt auch die Politik. Den Anfang machte gestern CDU-Bürgermeisterkandidat Frank Neubauer. In einer Pressemitteilung machte er seinem Unmut über das Ergebnis der Bauarbeiten am Gallberg Luft. "Da die Maschinen und Arbeitskräfte sowieso vor Ort waren, hätte in enger Abstimmung mit den Stadtwerken gleich die gesamte Fahrbahn abgefräst und dann flächen deckend eine neue Schwarz decke aufgebracht werden müssen - einen günstigeren Zeitpunkt - gerade auch finanziell - kann man nicht erwischen." Der Bürgermeisterkandidat schrieb, dass das Geld für diese Arbeiten bereits von der Ratsversammlung zur Verfügung gestellt worden sei. Die Komplett asphaltierung wäre zwar keiner Grundsanierung der Straße gleichgekommen, so Neubauer, die optische Gestaltung und der Fahrbahnzustand wären aber für die nächsten Jahre durchaus befriedigend gewesen.

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erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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