Schleswig : Flensburger Straße: Notlösung hält länger als erwartet

Schierer Asphalt: Die Teerdecke auf der Flensburger Straße hat sich als haltbarer erwiesen, als ursprünglich vorhergesagt.
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Schierer Asphalt: Die Teerdecke auf der Flensburger Straße hat sich als haltbarer erwiesen, als ursprünglich vorhergesagt.

Als die Flensburger Straße vor fünf Jahren erneuert wurde, war von einem Provisorium die Rede.

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04. Juli 2015, 12:00 Uhr

Im Frühjahr 2010 war die Flensburger Straße für Schleswigs Autofahrer ein Ärgernis ersten Ranges. Eine der meistbefahrenen Straßen der Stadt war über Wochen praktisch nicht mehr zu benutzen. Wer sich dennoch auf die Schlaglochpiste wagte, musste Schritttempo und Schlangenlinien fahren. Offizielles Tempolimit: 20 km/h.

Als dann die Umweltdienste in der Woche vor Ostern für rund 100  000 Euro innerhalb von drei Tagen eine neue Asphaltdecke auftragen ließen, war das eine umstrittene Entscheidung. Die notdürftige Sanierung würde nur fünf Jahre halten, meinten die Kritiker. Der Bauausschuss hatte seinerzeit deshalb zunächst skeptisch auf den Vorschlag der Verwaltung um den damaligen Bürgermeister Thorsten Dahl reagiert und sich zunächst für eine Ausbau ausgesprochen, der monatelange Planungen vorausgesetzt hätte und deutlich teurer gewesen wäre. Eine solche Millionen-Maßnahme war zuvor viele Jahre lang aus Kostengründen immer wieder verschoben worden.

Jetzt sind die fünf Jahre um. An den Rändern des neuen Straßenbelags sind erste Risse erkennbar. Ansonsten aber präsentiert sich die Fahrbahn in einem einwandfreien Zustand. Es hätte aber auch anders kommen können, meint Björn Losch, der Leiter des Sachgebiets Tiefbau im Schleswiger Bauamt: „Die genaue Haltbarkeit einer solchen Deckschichterneuerung hängt von vielen Faktoren während der Nutzungsdauer ab.“ So könnte die Flensburger Straße schon nach dem nächsten harten Winter wieder zur Holperpiste werden. Im Bauamt arbeitet man bereits wieder an Plänen für einen Ausbau der Flensburger Straße – auch deshalb, weil das Kanalnetz der Stadtwerke in diesem Bereich in absehbarer Zeit erneuert werden muss. An den Ausbaukosten würden dann voraussichtlich auch die Anwohner beteiligt.

Für das laufende Jahr geplant sind erst einmal eine Reihe von weiteren Erneuerungsmaßnahmen in der Form wie vor fünf Jahren auf der Flensburger Straße. Das Bauamt hat sich die Bahnhofsstraße, die südliche St. Jürgener Straße und die Husumer Straße vorgenommen. Die Arbeiten sollen erledigt sein, bevor der Winter kommt. Außerdem möchte Losch noch in diesem Jahr ein Straßenkataster erstellen. Es soll Grundlage sein für eine Prioritätenliste.

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