SN zählten nach: : Fleißkärtchen für die CDU

Welche Ratspolitiker waren 2014 besonders aktiv?

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27. Januar 2015, 07:42 Uhr

Acht Mal traf sich die Ratsversammlung im vergangenen Jahr, mehr als 40 Mal tagten seine Ausschüsse. Ein Mann war fast immer dabei: Heinrich Bömer. Damit steht der CDU-Ratsherr an der Spitze von Schleswigs Politiker-Fleiß-Rangliste für 2014. Die SN haben für diese inoffizielle Wertung alle Sitzungsprotokolle ausgewertet. Dabei wurden alle 27 Mitglieder der Ratsversammlung berücksichtigt. Sie alle gehören mindestens einem der sechs Ausschüsse an, es steht ihnen jedoch frei, auch an den Sitzungen der anderen Ausschüsse teilzunehmen und mitzudiskutieren. Bömer ist Mitglied im Kulturausschuss, der im vergangenen Jahr acht Mal zusammentrat. Aber auch im Schulausschuss und im Bauausschuss ließ er sich fast immer blicken. Damit kam er auf den Rekordwert von 37 Sitzungen.

Am dichtesten auf den Fersen ist ihm ein Parteifreund: der CDU-Ortsvorsitzende Helge Lehmkuhl mit 34 Sitzungen. Mit SPD-Fraktionschef Stephan Dose (29) und dem Bauausschuss-Vorsitzenden Klaus Bosholm (26) folgen die Platzhirsche der größten Ratsfraktion erst auf den Plätzen drei und vier. Überhaupt stellen die Christdemokraten mit durchschnittlich 23,6 Sitzungsteilnahmen die fleißigste Fraktion.

„Schon als ich zum ersten Mal in die Ratsversammlung gewählt wurde, habe ich versucht, an möglichst vielen Ausschusssitzungen teilzunehmen“, sagt Heinrich Bömer. „Bei den Abstimmungen in der Ratsversammlung ist es einfach hilfreich, den Entscheidungsfindungsprozess zu kennen.“ In seiner Zeit als Bürgervorsteher von 2011 bis 2013 habe er darauf stets besonders großen Wert gelegt. Als stellvertretender Bürgervorsteher handhabe er es jetzt nicht anders. „Ich freue mich auch sehr darüber, dass Bürgermeister Arthur Christiansen – anders als sein Vorgänger – an so gut wie allen Sitzungen teilnimmt“, sagt Bömer.

Während die Ausschuss-Termine für den Bürgermeister zum Beruf gehören, sind die Ratsmitglieder ehrenamtlich tätig, auch wenn sie je nach Funktion eine monatliche Aufwandsentschädigung von mindestens 128 Euro erhalten. Diejenigen, die auf der Fleiß-Rangliste auf den hinteren Plätzen stehen, sind in der Regel beruflich stark eingespannt, fielen zeitweise krankheitsbedingt aus oder hatten aus wichtigen persönlichen Gründen weniger Zeit für die Kommunalpolitik.

Auch der 69-jährige Heinrich Bömer sagt, dass er sein derzeitiges Sitzungspensum nicht hätte leisten könne, als er noch im Berufsleben stand. „Als Unfallchirurg im Krankenhaus hatte ich Bereitschafts- und Nachtdienste. Da wäre es völlig ausgeschlossen gewesen, dass ich mich in der Ratsversammlung engagiere.“ Indes hält er nichts davon, von allen Kommunalpolitikern so viel Einsatz zu erwarten, wie er ihn selbst an den Tag legt. „Das würde ja bedeuten, dass nur Ruheständler in der Ratsversammlung säßen. Das wäre wahrscheinlich auch nicht ideal.“

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