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Kreissportverband Schleswig-Flensburg : Finanzkrise abgewendet

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In den kommenden fünf Jahren zahlt der Kreis jeweils 235.000 Euro für die Unterstützung der 249 Mitgliedsvereine an den KSV. Der hat damit Planungssicherheit, steht aber auch vor einem Berg an Aufgaben.

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erstellt am 19.Sep.2014 | 12:15 Uhr

Der Kreissportverband (KSV) hat in finanzieller Hinsicht für die kommenden fünf Jahre Planungssicherheit. Nach einem Beschluss des Kulturausschusses wird der Kreis dem Dachverband der Vereine im Kreis bis 2019 jährlich 235 000 Euro überweisen – genau so viel wie in diesem Jahr. Nachdem in der politischen Diskussion ein weiteres Abschmelzen des Zuschusses thematisiert worden war, ist man beim Kreissportverband froh über diesen Beschluss. „In der finanziellen Situation des Kreises war nicht mehr machbar. Jetzt haben wir Konstanz für die Planung. Das ist sehr gut“, sagt KSV-Vorsitzender Rainer Detlefsen.

In den vergangenen Jahren musste der KSV jeweils ein Minus von 5000 Euro gegenüber dem Vorjahr verkraften – von 260000 Euro im Jahr 2007 auf inzwischen 235 000 Euro. Auch zuvor war der Kreiszuschuss schon gravierend gesenkt worden. Mit der Ausgliederung der Geschäftsführung des Kreissportverbandes aus der Kreisverwaltung im Jahr 1993 erhielt der KSV jährlich 350 000 Euro (685 000 Mark) für das Management, die Vergütung von hauptamtlichen Sportlehrern und Übungsleitern der Vereine sowie die Unterstützung der Lehrgangsarbeit.

Eine weitere Kürzung der Zuschüsse kam für die Kreispolitik nicht in Frage. „Wir sind mit 235 000 Euro beim absoluten Minimum“, sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Mario de Vries (CDU) in der Sitzung des Gremiums, in der trotz angespannter Haushaltslage alle Fraktionen gemeinsam beschlossen, die Summe auf fünf Jahre festzuschreiben. Zudem fügten die Politiker einvernehmlich eine Klausel in die Verträge ein, wonach der KSV nach eigenem Ermessen innerhalb des Budgetrahmens weitere Übungsleiter oder Sportlehrer einstellen kann. Denn daran, so machten SPD, FDP, CDU, FW, BfB und Linke in ihrem Änderungsantrag deutlich, bestehe in zahlreichen Vereinen im Kreisgebiet Bedarf.

Für Detlefsen ist diese Klausel zukunftsweisend. „Wir haben immer wieder Anfragen nach Übungsleitern“, sagt er. Viele Vereine stünden vor dem Problem, einerseits junge Menschen über Angebote im Ganztagsschulbereich gewinnen zu wollen, andererseits dies aus Mangel an Trainern und Betreuern aber nicht zu können. Denn ausgerechnet die langen Schulzeiten sorgen auch dafür, dass ältere Jugendliche für diese Aufgaben immer seltener zur Verfügung stehen.

Weil sich der KSV mit dem derzeitigen Budget keine weiteren Übungsleiter leisten kann, wird intern über neue Formen der Zusammenarbeit mit den Vereinen nachgedacht – mit dem Ziel, dass Übungsleiter nicht mehr nur einem Verein, sondern gegebenenfalls mehreren zur Verfügung stehen – so wie es bei den derzeit sieben hauptamtlichen Sportlehrern der Fall ist. Sie betreuen jeweils Kinder in bis zu sieben Sportvereinen.

Der Landessportverband bezeichnete dies kürzlich als vorbildliches Modell, für den KSV ist es jedoch auch kostspielig. Denn die Sportlehrer werden wie angestellte Pädagogen an Schulen bezahlt. Das hat auch Folgen für die Vereine. Sie zahlen derzeit pro Übungseinheit (45 Minuten) 24,95 Euro an den KSV. Detlefsen: „Das ist das oberste Limit. Mehr können die Clubs nicht leisten.“


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