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Landestheater in Schleswig : Finanzierung für Theaterneubau ist gebongt

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Neubau soll 9,5 Millionen Euro kosten. Die Landesregierung steuert 2,5 Millionen Euro bei.

Schleswig | Die Landesregierung will den Neubau einer Spielstätte des Landestheaters in Schleswig mit 2,5 Millionen Euro unterstützen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Dienstag von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), Finanzministerin Monika Heinold (Grüne), Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) und Vertretern kommunaler Spitzenverbände unterzeichnet.

Sie freue sich, „dass eine neue Spielstätte für das Landestheater in Schleswig konkret Formen annimmt“, sagte Spoorendonk. Albig hob die Bedeutung des Landestheaters für die schleswig-holsteinische Kulturlandschaft hervor und betonte: „Mir ist es sehr wichtig, dass das Landestheater erhalten bleibt.“

Zuvor hatte das Landeskabinett auch die Grundlagen für die Unterstützung der Sanierung der Lübecker Musik- und Kongresshalle (MUK) mit bis zu sechs Millionen Euro und des Kieler Schlosses mit acht Millionen Euro gelegt. Entsprechende Vereinbarungen mit den beiden größten Städten des Landes werden derzeit noch verhandelt.

Die neue Spielstätte in Schleswig soll beim ehemaligen Mannschaftsheim „Heimat“ im Stadtteil Auf der Freiheit entstehen. Nach dem von der Stadt Schleswig vorgelegten Konzept belaufen sich die Gesamtkosten für das Bauvorhaben inklusive Orchestergraben auf voraussichtlich 9,5 Millionen Euro.

Gut die Hälfte der Baukosten trägt die Stadt mit fünf Millionen Euro. So viel war von Anfang an klar. Zudem hatte das Land bereits vor einigen Wochen eine Förderung von 2,5 Millionen zugesichert. Um die restlichen zwei Millionen Euro war unter Federführung von Kultur-Staatssekretär Eberhard Schmidt-Elsaeßer bis zuletzt mit Städteverband, Gemeindetag und Landkreistag gerungen worden. Ursprünglich war beabsichtigt, das Geld aus dem kommunalen Investitionsfonds des Landes zu entnehmen. Doch dieser Plan stieß bei den kommunalen Verbänden auf Widerstand. Zum Einen, weil der Fonds infolge der großen Nachfrage ohnehin schon „überzeichnet“ ist, und zum Anderen, weil man Bedenken hatte, ein Projekt zu bezuschussen, das zwar der Region, nicht aber dem ganzen Land zugute kommt.

Nun habe man einen anderen Weg gefunden, um den Theaterbau mit zwei Millionen Euro zu unterstützen, kündigte Jörg Bülow, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetags, bereits am Montag auf Nachfrage von shz.de an. So werde man ein Infrastrukturprogramm anzapfen, das die Bundesregierung den Kommunen im Land zur Verfügung stellt. „Über die weitere Ausgestaltung muss aber noch gesprochen werden“, betonte Bülow. „Wir haben eine klare Erwartungshaltung: Für uns ist entscheidend, dass auch die Gesellschafter des Landestheaters ihre Verantwortung wahrnehmen.“ Denn der Hauptfokus liege auf der Stabilisierung der Landestheater-GmbH, so Bülow weiter.

Im Klartext bedeutet das, dass auch der Kreis Schleswig-Flensburg gefordert ist. Dieser hatte seine Mitgliedschaft in der Landestheater-GmbH zum Jahr 2019 gekündigt, nachdem unklar war, ob Schleswig wieder eine angemessene Spielstätte bekommt. Aktuell zahlt der Kreis im Jahr etwa 340.000 Euro als Gesellschafterbeitrag. Da Schleswig inzwischen nicht mehr Produktionsstandort ist, will die Stadt ihren Beitrag von 560.000 Euro auf eine ähnliche Größenordnung reduzieren.

„Die Landesregierung steht zu ihrer Verantwortung für die Spielstätten im Land. Wir haben jetzt die Grundlage dafür geschaffen, dass vor Ort zukunftsträchtige Lösungen gefunden werden können“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig nach der Unterzeichnung. Sönke E. Schulz, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Landesverbände erklärte: „Der Bau der Spielstätte in Schleswig ist ein wichtiger Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Landestheaters. Die kommunalen Landesverbände verbinden mit dem ,Letter of Intent' die Hoffnung, dass alle Gesellschafter ihren Beitrag leisten und so den Betrieb des Landestheaters langfristig sichern.“

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erstellt am 28.Feb.2017 | 07:10 Uhr

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