Jugendhof Scheersberg : Filmpreis für Armenien-Dokumentation

Qualitativ hochwertig: Jury-Präsident  Hauke Lange-Fuchs (l.) würdigte die Filmarbeit der diesjährigen Preisträgerin  Margareta Kosmol und der beiden Meldorfer Nachwuchs-Filmemacher Julius Beeck und Marvin Weller.
Qualitativ hochwertig: Jury-Präsident Hauke Lange-Fuchs (l.) würdigte die Filmarbeit der diesjährigen Preisträgerin Margareta Kosmol und der beiden Meldorfer Nachwuchs-Filmemacher Julius Beeck und Marvin Weller.

Margareta Kosmol aus Kronshagen (14) und Julius Beeck (20) aus Meldorf hatten bei der Verleihung des Scheersberg-Oscars die Nase vorn. Insgesamt waren 39 Beiträge eingereicht worden.

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24. November 2013, 18:44 Uhr

Die 14-jährige Margareta Kosmol hat den diesjährigen mit 400 Euro dotierten Jugendfilmpreis des Landesverbandes „Jugend und Film“ auf derm Scheersberg gewonnen. In ihrer siebeneinhalb Minuten langen Dokumentation mit dem Titel „Geschwister“ erzählt sie eine anrührende Geschichte über die Begegnung mit einer jungen Armenierin, mit der sie verwandtschaftlich durch einen gemeinsamen Urgroßvater verbunden ist.

Margareta, in Schleswig-Holstein geboren, hat selber armenische Wurzeln. Ihre „Schwester“ fand die junge Kronshagenerin über das Internet. Diese lebt in ärmlichen Verhältnissen mit ihrer Mutter in Armenien. Als Margareta zu Besuch in das ferne Land im Kaukasus kommt, freunden sich die beiden an. Die Erinnerung an ihren im Krieg gefallenen Vater hat das Mädchen auch Jahre danach emotional nicht verkraftet. Am Schluss lautet die Botschaft der jungen Filmemacherin: „Ich wünsche mir, dass alle Menschen Geschwister werden.“

Die Jury mit Dr. Hauke Lange-Fuchs (Nordische Filmtage Lübeck), Maren Grünewald (NDR) und Arne Sommer (Leiter der Filmwerkstatt Kiel) ließ keinen Zweifel an der beachtlichen Qualität dieses Erstlingswerks aufkommen. Aber auch die Filme „Pictures“, der Kurz-Thriller einer mit in das Filmfest eingebundenen deutsch-norwegischen Filmgruppe sowie der Krimi „Weißer Herbst“ von Reinhold Hansen aus Flensburg fanden im Publikum die verdiente Anerkennung.

Den mit dem Scheersberger „Oscar“ und 500 Euro dotierten Filmpreis für Nachwuchs-Regisseure der Altersgruppe 18 bis 27 gewann der 20-jährige Julius Beeck aus Meldorf mit der Satire „Die fabelhafte Welt der Physik“. Darin zeigen er und sein Mitstreiter Marvin Weller (19) einen Abiturienten während einer Autofahrt zur Schule.

Anstatt auf den Verkehr zu achten, paukt der Fahrer mathematische Formeln, mit denen er unter anderem den Bremsweg bei 50 Stundenkilometern ausgerechnet. Die Theorie beherrscht die Praxis. Derart abgelenkt merkt der Unvorsichtige nicht, dass ein angefahrener Fußgänger auf seiner Kühlerhaube gelandet ist. Auf der Fahrbahn bleiben drei weitere Opfer liegen.

Zu sehen gab es außerdem einen Experimentalfilm von Laura Matt aus Niebüll: Sie zeigt, dass beim Kuchenbacken der Quirl wildes Hundegebell erzeugt und beim Aufschlagen der Hühnereier auf der Tonspur ein Mord geschehen kann. Da bleibt dem Zuschauer ein offenes Feld für Interpretationen.

Die Besonderheit im Filmbeitrag „Trautes Heim“ des Nachwuchs-Regisseurs Hannes Lieschke aus dem lauenburgischen Wentorf war das Mitwirken von professionellen Schauspielern. Den Hauptpart eines nach Zärtlichkeit suchenden Mannes mittleren Alters hatte der bekannte Mime Thomas Arnold übernommen – und das ohne Gage.

Das für dieses Jugendfilmfest verantwortliche Duo Ingo Mertins/Nadine Lindenau zog gestern nach getaner Arbeit eine rundum positive Bilanz: Das Niveau der 39 eingereichten Filme sei ausgesprochen hoch gewesen. Viel Fantasie und Kreativität, aber auch Spaß an der Sache seien bei Einzelkämpfern und engagierten Teams zu erkennen. Mertins: „Um den Filmemacher-Nachwuchs im Land zwischen den Meeren braucht sich niemand Sorgen zu machen.“

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