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„Xaver“ : Feuerwehrleute warten auf Wind - keine Einsätze in Schleswig

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schleswig ist gerüstet für die Ankunft des Sturmtiefs.

von
erstellt am 05.Dez.2013 | 07:45 Uhr

Die Wunden, die „Christian“ Ende Oktober im Stadtbild hinterlassen hat, sind noch längst nicht verheilt, da kündigt sich schon der nächste Orkan an. „Xaver“ soll, so warnen die Meteorologen seit Tagen, ab heute Mittag ähnlich kräftig zuschlagen wie sein Vorgänger. Entsprechend gründlich bereitet man sich auch in Schleswig auf seine Ankunft vor. Bis um 18 Uhr war am Donnerstag aber im Schleswiger Stadtgebiet nichts Nennenswertes geschehen. Die Feuerwehr wurde zwar einmal zu einem angeblich umstürzenden Baum gerufen. Vor Ort stellte sich aber heraus, dass keine Gefahr bestand.

Zahlreiche Geschäfte in der Innenstadt haben vorzeitig geschlossen, zum Beispiel I.D. Sievers, die Buchhandlung Liesegang, Optiker Bode und die Jack-Wolfskin-Filiale.

Fast im Minutentakt meldeten heute Mittag öffentliche Einrichtungen, dass sie ihre Türen mit sofortiger Wirkung schließen und ihre Mitarbeiter nach Hause schicken. Das gilt zum Beispiel für Schloss Gottorf, das Stadtmuseum und die Stadtbücherei. Der Servicebereich des Rathauses schließt um 16 Uhr. Die Lesung mit dem Schriftsteller Hans Joachim Schädlich heute Abend im Oberlandesgericht ist abgesagt. In den Gerichten ist nur noch die Wachtmeisterei besetzt.

In der Stadt fiel, wie auch im gesamten Kreis Schleswig-Flensburg, der Unterricht an allen öffentlichen Schulen aus. Auf dem Kornmarkt baute „Marvil“-Wirt Jan Bremer sein Zelt samt Punsch-Stand vorsichtshalber komplett ab. „Das ist mir sonst zu gefährlich. Auch die Hackschnitzel kommen weg. Wenn der Sturm vorüber ist, wird alles wieder aufgebaut“, sagte er gestern – und fügte an: „Das nervt mich auch, aber Sicherheit geht vor.“

Ähnliche Sicherungsmaßnahmen im Vorfeld von „Xaver“ haben die Mitarbeiter der Umweltdienste nicht vorgenommen. „Das haben wir alles schon im Zuge der Aufräumarbeiten nach ,Christian’ erledigt. Aber wir sind natürlich in Alarmbereitschaft und wissen genau, wo unsere Schwachstellen sind“, erklärte Stadtwerke-Leiter Wolfgang Schoofs auf SN-Nachfrage. Sein Team, rund 40 Männer und Frauen, sei deshalb „in Habachtstellung“.

Das wiederum gilt auch für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Deren Leiter Sönke Schloßmacher versprach: „Wir sind auf alles vorbereitet. Unsere Sägen sind scharf.“ Im Feuerwehrgerätehaus im Erdbeerenweg werde eigens eine Führungsstelle eingerichtet, die sämtliche Einsätze koordiniert. Zudem sei geplant, die Feuerwache vorsorglich mit kleinen Mannschaften zu besetzen.

Ebenso gut sind auch die freiwilligen Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) vorbereitet. „Der Kreis hat Voralarm ausgelöst und auch unsere Einsatzzentrale in Kiel hat uns eindringlich vorgewarnt“, erklärte Schleswigs THW-Ortsbeauftragter Peter Schmidt. Die Fahrzeuge seien einsatzbereit und die 48 Mitglieder seien informiert worden, sofern sie zur Verfügung stehen, möglichst ihre Ausrüstung bereit liegen zu haben. „Mal sehen, was kommt. Es kann auch sein, dass wir für Einsätze an der West- oder Ostseeküste angefordert werden.“

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