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Land zwingt Schleswig zum Sparen : Feuerwachen in der Warteschleife

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Auflage aus Kiel: Die Stadt Schleswig muss ihre Kreditaufnahme um 500 000 Euro senken. Möglicherweise werden die Planungsarbeiten für die neuen Feuerwachen verschoben.

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erstellt am 02.Mär.2015 | 07:41 Uhr

Die rund 90 Feuerwehrleute und ihre Gäste erwarteten ein launiges Grußwort, als Bürgermeister Arthur Christiansen im „Waldschlösschen“ ans Rednerpult schritt. Doch es kam anders. Nach der Rede musste sich Wehrführer Sönke Schloßmacher kurz sammeln, ehe er im Programm fortfahren konnte. Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr hatte der Bürgermeister berichtet, was er selbst erst wenige Stunden zuvor erfahren hatte: Die Stadt muss noch mehr sparen als vorgesehen. Die Kommunalaufsicht im Kieler Innenministerium hat den Schleswiger Haushalt für 2015 zwar genehmigt – aber mit einer bedeutsamen Auflage versehen: Die Stadt muss ihre Kreditaufnahme muss um 500  000 Euro senken. Ein paar Sätze später kam Christiansen auf den Punkt, der alle aufhorchen ließ: „Es kann sein, dass wir die Planungskosten für die neue Feuerwache zum Teil rausnehmen müssen aus dem Haushalt.“ Entschieden freilich ist das noch nicht. Die Ratsfraktionen werden jetzt erst anfangen zu beraten, wie sie mit der Nachricht aus Kiel umgehen. Ihr Spielraum aber ist begrenzt. 500  000 Euro sind zwar nur ein relativ geringer Teil des Gesamthaushaltes, der mehr als 47 Millionen umfasst. Aber an den meisten Ausgaben lässt sich kaum rütteln. Gespart werden kann eigentlich nur bei den Investitionen, die sich auf insgesamt 4,7 Millionen Euro belaufen und – so hatte es der Bürgermeister bei den Haushaltsberatungen gesagt – „sich auf faktische Notwendigkeiten beschränken“.

Zu diesen Notwendigkeiten zählen bisher auch die Planungskosten für die neuen Feuerwachen am Bahnhof (270  000 Euro) und am Kattenhunder Weg (139  000 Euro). Grundsätzlich, das versicherte Christiansen, stelle niemand die Neubauten in Frage. „Das Ministerium hat unsere Finanzplanung für die nächsten Jahre nicht beanstandet.“ Ungewiss ist nur, ob es beim bisherigen Zeitplan bleibt. Bislang ist der erste Spatenstich für das nächste Jahr geplant. Wehrführer Schloßmacher hatte deshalb eine große rote Schaufel mit ins Waldschlösschen gebracht, um sie dem Bürgermeister zu übergeben. Am Griff ist eingraviert: „Spatenstich 2016“. Dieselbe Schaufel hatte er schon vor einem Jahr dabei. Damals stand noch „2015“ drauf. „Aus der Fünf eine Sechs zu machen, das war noch relativ einfach“, sagte er. „Aus der Sechs eine Sieben zu machen, das geht nicht.“

Eine andere Investition für das laufende Jahr stellte Christiansen indes nicht in Frage: Es bleibt dabei, dass der Löschzug Altstadt einen Ersatz für sein 26 Jahre altes Tanklöschfahrzeug 16/25 bekommen wird. Kostenpunkt: 380  000 Euro. „Die Ausschreibung läuft, wir werden ein hochmodernes Fahrzeug bekommen“, freute sich Sönke Schloßmacher.

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