zur Navigation springen

Brandserie in Schleswig : Feuerteufel-Prozess: „Habe mich gewundert, dass mich niemand schnappt“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kurz nacheinander legte er im August 2014 sieben Brände in Schleswig. Jetzt steht ein 36-Jähriger vor Gericht.

Im vergangenen August legte er innerhalb von zehn Stunden sieben Brände in Schleswiger Mehrfamilienhäusern: Seit Donnerstag muss sich ein 36-jähriger Mann wegen schwerer Brandstiftung vor dem Flensburger Landgericht verantworten. Der Mann, der seit der Tat in Untersuchungshaft sitzt, hat ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Er sagte, er habe sich in einer ausweglosen Lebenssituation befunden. „Ich habe an den Brandstellen gewartet und mich gewundert, dass mich niemand schnappt.“ Ihm sei das Ausmaß seiner Tat nicht bewusst gewesen. „Ich wollte in den Knast“, sagte er. Er habe gehofft, dass sein Leben dort wieder eine Struktur bekommen würde. Er hatte bereits ab 2005 wegen einer Vergewaltigung für fünfeinhalb Jahre in Haft gesessen.

Der Brandstifter war erst nach der siebten Tat von Zeugen erkannt und von der Polizei verhaftet worden. Die Brandserie hatte an einem Mittwochnachmittag begonnen und bis in die Abendstunden gedauert. Aus Angst vor weiteren Bränden organisierten manche Hausgemeinschaften vor der Festnahme Nachtwachen. Andere Bewohner verließen die Stadt gleich ganz und quartierten sich außerhalb bei Freunden oder Verwandten ein.

Der 36-Jährige war erst wenige Tage vor den Taten aus Rendsburg nach Schleswig gekommen und lebte in einer Obdachlosen-Unterkunft. In den Tagen vor der Brandserie hatte er bereits mehrere Fahrräder aus Hauskellern gestohlen und an einen Second-Hand-Händler verkauft.

zur Startseite

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 11:49 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert