Es sieht nach Brandstiftung aus : Feuer auf dem Schleswiger Weihnachtsmarkt

Nicht zu übersehen: Die Front des Verkaufsstandes ist völlig verrußt.
Nicht zu übersehen: Die Front des Verkaufsstandes ist völlig verrust.

Der Wagen der „Meerjungfrauen“ stand in der Nacht auf Mittwoch plötzlich in Flammen. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern.

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04. Dezember 2019, 12:24 Uhr

Schleswig | Die Spurensicherung war vor Ort, die Kripo ermittelt. Noch aber liegt das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung nicht vor. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, dass das Feuer, das in der Nacht zu Mittwoch auf dem Schleswiger Weihnachtsmarkt ausgebrochen ist, von Brandstiftern gelegt wurde.

Betreiberin zeigt sich geschockt

Gegen 1.30 Uhr ging der Notruf bei der Freiwilligen Feuerwehr ein, die dann auch in Windeseile vor Ort war. Die Front des Verkaufswagen der „Meerjungfrauen“, auch bekannt als die „Burgermeisterin“, stand da in Flammen. Mit acht Kameraden, so erklärt Wehrführer Sönke Schlossmacher auf SN-Nachfrage, habe man den Brand allerdings schnell löschen können. „Zum Glück. Wir sind der Feuerwehr äußerst dankbar, dass sie so schnell da war“, sagt Katrin Siepel, die den Imbiss gemeinsam mit Katrin Sindram betreibt. Geschockt darüber, was passiert ist, sei sie dennoch. „Wenn man früh morgens durch einen Anruf geweckt wird und Dir jemand sagt, dass Dein Wagen gebrannt hat, dann ist man natürlich entsetzt“, sagt sie. Da ein Reifen und Teile der Frontverkleidung des Wagens in Flammen standen, geht auch sie davon aus, dass dort jemand gezündelt hat. „Das sorgt natürlich für ein ungutes Gefühl. Man weiß ja auch nicht, ob wir nur zufällig das Opfer wurden oder ob es eine persönliche, gezielt gegen uns gerichtete Sache war.“

Bis auf Weiteres bleibt der Wagen geschlossen.
Sven Windmann
Bis auf Weiteres bleibt der Wagen geschlossen.
 

Zum Glück sei der Wagen, den sie bei vielen Veranstaltungen in der Region einsetzt, nur äußerlich beschädigt. Innen sei alles einigermaßen in Ordnung. Es rieche jedoch stark nach Ruß.

Großes Lob an die Feuerwehr

Von einer „Riesensauerei“ spricht Stadtmanager Helge Schütze, der gleichzeitig Hauptorganisator des Weihnachtsmarktes ist. „Ich habe null Verständnis dafür, wenn jemand die Existenz von anderen Menschen und sogar den ganzen Weihnachtsmarkt aufs Spiel setzt“, sagt er und erinnert daran, „dass da auf dem Capitolplatz zurzeit eine Menge Holz herum steht“. Auch Schütze lobt deshalb das schnelle Eingreifen der Schleswiger Feuerwehr. „Das war super.“

Kameras oder Wachdienst?

Dieses Lob gibt es auch von Stephan Zander. Er hat seinen Wurststand gegenüber von den „Meerjungfrauen“ und zeigt sich „durchaus besorgt“ darüber, was dort passiert ist. „So etwas brauchen wir hier nicht!“, sagt er mit Nachdruck. Das Feuer hätte eine echte Katastrophe auslösen können, „denn unsere Buden stehen hier dicht an dicht“. Er findet, ebenso wie Katrin Siepel, dass man durchaus über eine Kameraüberwachung oder einen Wachdienst nachdenke könne. Helge Schütze hält sich in dieser Frage jedoch noch bedeckt. „Wir sind hier in Schleswig. All die Jahre sind wir ohne so etwas ausgekommen. Es wäre schön, wenn das so bleiben könnte“, sagt er.

Wenn alles nach Plan läuft, dann könnten die „Meerjungfrauen“ in zwei, drei Tagen wieder öffnen. Dann, so verspricht Katrin Siepel, können sich vor allem die Feuerwehrleute freuen, die ihren Wagen gerettet haben. „Ein Bratfisch gratis ist dann auf jeden Fall drin. Mindestens!“

Kripo sucht Zeugen

Auch die Kriminalpolizei Schleswig kann eine Brandstiftung nicht ausschließen und bittet um Hinweise zur möglichen Tat und möglichen Tätern. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 04621/840 zu melden.

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