Rosenkönigshaus Glückburg : Fehlender Nachwuchs: Es war einmal eine Rosenkönigin

Das letzte Rosentrio Glücksburgs: Hofdame Maria Röh (von links), Rosenprinzessin Vanja Kock und Rosenkönigin Franziska Maiwald.
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Das letzte Rosentrio Glücksburgs: Hofdame Maria Röh (von links), Rosenprinzessin Vanja Kock und Rosenkönigin Franziska Maiwald.

Das Rosenkönigshaus Glücksburg löst sich auf. Touristiker bringen Rum-Regentin ins Gespräch.

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14. Januar 2015, 11:10 Uhr

Es ist keine zehn Jahre her, als Glücksburg „Rosenstadt“ werden sollte und 2006 die erste Rosenkönigin während des zweiten Rosenfestes ihre Krone entgegennahm. Nun hat die amtierende Königin Franziska Maiwald bekanntgegeben, dass sich das Königshaus auflöst. Es fehle ausreichend Nachwuchs, sagte Werner Kiwitt unserer Zeitung. Er sitzt dem Touristikverein Glücksburg vor, der das Rosenkönigshaus seit 2011 trug und in vier Jahren 7260 Euro dafür ausgab.

Die Werbefigur Rosenkönigin war entstanden, als Glücksburger ihre Stadt zur Rosenstadt machen wollten. Das Vorhaben scheiterte zwar, doch das Rosarium am Schloss hielt am Rosenkönigshaus fest. Als Betreiber Ingwer Jensen später selbst in wirtschaftliche Not geriet, übernahm der Touristikverein die Verantwortung für die Hofdamen. 2012 gelang zudem die Rettung des Rosariums mit seinen 550 auch historischen Rosensorten.

Das Rosenkönigshaus warb seit 2006 für Glücksburg. Geschätzte 150 Veranstaltungen besuchten die Königinnen, Prinzessinnen und Hofdamen in den vergangenen acht Jahren und zahlten vieles aus eigener Tasche: Bevor der Touristikverein übernahm, gab das Rosarium 100 Euro Kleiderzuschuss. Ex-Touristiker GLC sorgte für die Autogrammkarten. Reisekosten, Hotels, Gastgeschenke, Ersatzkleid und Blumensträuße beglichen die Hoheiten selbst. Ab und an erhielten sie Benzinkosten. 2007 bis 2009 zahlte das Rosarium Maiwald monatlich 100 Euro. In Roben mit Schärpen in Landes- und Stadtfarben waren die jungen Damen bei der Grünen Woche in Berlin, beim Apfelblütenfestival in Südtirol, auf dem Schleswig-Holstein-Tag und bei anderen Anlässen für Glücksburg unterwegs, absolvierten Pressetermine und Fotoshootings. Ministerpräsident Torsten Albig ehrte die Rosenkönigin 2014 für ihre besonderen, ehrenamtlichen Dienste beim Empfang der Majestäten des Landes Schleswig-Holstein in Kiel.

Eine Nachfolge-Repräsentanz gebe es bisher nicht, bekundeten Kiwitt und Maiwald. Doch erste Überlegungen natürlich schon. So hatte Maiwald bereits im September mit Gorm Casper gesprochen, der seit Januar Geschäftsführer der neuen Tourismusorganisation Flensburger Förde (Taff) ist. Ersten Überlegungen sei die Figur einer Rumkönigin als möglicher Werbe-Ikone entsprungen, berichtete Casper. Doch spruchreif sei noch überhaupt nichts.

Casper ist bei allen Überlegungen aber vor allem eines wichtig: Eine überzeugende Repräsentanz für die Region zu schaffen. Ob es am Ende eine oder mehrere sein werden, stehe noch nicht fest. Casper selbst bevorzugt eine repräsentative Figur für Flensburg, Glücksburg, Langballig und Harrislee. Maiwald: „Es soll etwas Einzigartiges sein, das noch kein anderes Ostseebad hat, ebenso soll das Amt zu unserer Landschaft und Kultur vor Ort passen.“

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