zur Navigation springen

Polizeieinsatz an der A7 : Fehlende Papiere, betrunkene Fahrer

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Fast die Hälfte der kontrollieren Lastkraftwagen wurde beanstandet.

Das Wetter meinte es gut mit den rund 50 Einsatzkräften des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Nord aus Schleswig, die in der Nacht zu gestern speziell den Schwerlastverkehr auf der Autobahn 7 kontrollierten. Fachkräfte vom Bundesamt für Güterverkehr, Bundespolizei und Zoll stellten ebenfalls Personal für die achtstündige Kontrolle zur Verfügung. Weniger gut war das Kontrollergebnis für zahlreiche Chauffeure und deren Speditionen: Die Beamten fanden überladene Lastwagen, fehlende Ausnahmegenehmigungen, nicht eingehaltene Maximallängen und Höhen sowie betrunkene Fahrer.

Für zwei Fahrer litauischer und polnischer Autotransportunternehmen war die Fahrt auf dem Kontrollgelände „Jalmer Moor“ gegen 22 Uhr zunächst zu Ende. Ihre Ladungen waren über vier Meter hoch – es Bestand die Gefahr, dass die Fahrzeuge unter Brücken stecken bleiben könnten. Durch ein Um-und Abladen von neun neuwertigen Personenwagen konnte zumindest ein Autotransporter die Weiterfahrt antreten. Der Fahrer ließ zudem Luft aus den Reifen der geladenen Fahrzeuge, um die Gesamthöhe seines Transporters zu verringern.

Eine 28-jährige „Truckerin“ aus Dänemark war bei der Kontrolle ihres Sattelaufliegers zunächst sehr verwundert. Ihre Spedition hatte es versäumt, den digitalen Fahrtenschreiber wie vorgeschrieben auszulesen. Gegen den Inhaber des dänischen Logistikunternehmen wurde ein Bußgeld verhängt. Die Fahrerin durfte ihre Fahrt Richtung Süden aber fortsetzen. Schlimmer erwischte es den betrunkenen Fahrer eines Sprinter-Kleinlastwagens. Ein Alkoholtest ergab 2,4 Promille. Der Mann war nach eigenen Angaben schon seit Stunden auf der Autobahn unterwegs gewesen. Ihm wurde die Weiterfahrt untersagt, sein Führerschein eingezogen.

Gestoppt wurde auch ein Wagen eines Paketdienstes, aus dessen Fuhrpark vor einigen Wochen diverse Fahrzeuge wegen technischer Mängel und fehlenden Versicherungsschutzes in Schleswig stillgelegt worden waren. Der 24-jährige rumänische Fahrer konnte keine Fahrtnachweise für den Zustellwagen vorlegen und wies sich mit Papieren eines Kollegen aus. „Der Mann erklärte, dass seine persönlichen Papiere gerade während der Fahrt aus dem Seitenfenster auf die Autobahn geflogen seien“, berichtete Einsatzleiter Broder Busse von der Polizei Schleswig. Da der Fahrer kein Wort Deutsch sprach, lief die gesamte Unterhaltung über einen Dolmetscher, der über ein Mobiltelefon zugeschaltet war.

Kurz nach Mitternacht rollten dann die ersten Schwerlasttransporte auf den
Parkplatz „Jalmer Moor“, die zuvor von der dänischen Grenze aus gestartet waren. „Die Kontrolle von Schwerlasttransporten und deren Begleitfahrzeugen war ein Hauptaugenmerk des Einsatzes“, sagte Matthias Glamann, Pressesprecher der Polizeidirektion Flensburg. Zu Recht, wie sich zeigte: Immer wieder fehlten Genehmigungen, vorgeschriebene Achsabstände wurden nicht eingehalten, und Verstöße gegen Lenk-und Ruhezeiten waren an der Tagesordnung.

Das Ergebnis des Einsatzes war erschrecken: Bei fast der Hälfte der 89 kontrollierten Lastwagen hatten die Beamten etwas zu beanstanden. Neben 24 Ordnungswidrigkeitsanzeigen, vornehmlich Verstöße gegen Lenk-und Ruhezeiten, wurden auch fünf Überladungen festgestellt – für die Polizei eine Bestätigung, dass solche Kontrollen notwendig sind.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen