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Schleswiger Hertie-Grundstück : Fast perfekt: Stadt kauft Waschsalon

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stadt kauft den alten Waschsalon an der Ecke Moltkestraße/Stadtweg. Damit ist der Weg endgültig frei für eine Überplanung des gesamten Areals rund um das ehemalige Hertie-Grundstück.

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erstellt am 17.Okt.2017 | 07:51 Uhr

Es müssen zwar noch letzte Details geklärt werden. Dennoch ist jetzt schon sicher: Die Stadt kauft den alten Waschsalon an der Ecke Moltkestraße/Stadtweg. Damit ist der Weg endgültig frei für eine Überplanung des gesamten Areals rund um das ehemalige Hertie-Grundstück.

Das hatte die Stadt bereits im März 2016 für rund 1,74 Millionen Euro erworben. Allein das vorgelagerte Haus fehlte – bis jetzt. „Wir haben uns geeinigt. Das wird jetzt klappen“, sagt Hermann Wighardt. Der Apotheker hatte gemeinsam mit den Schleswiger Hautärzten Dr. Martin Behne und Dr. Jens-Michael Jensen Anfang 2014 eine GBR geründet und den alten Waschsalon gekauft. Dieser sollte abgerissen werden, um an gleicher Stelle ein neues Ärztehaus zu errichten (wir berichteten). Aus den Plänen wurde jedoch nichts, gleichzeitig kaufte die Stadt das marode Hertie-Kaufhaus samt Nebengebäude. Um nun aber ein neues Gesamtensemble am Eingang des Stadtwegs entstehen zu lassen, musste eine Lösung für den vorgelagerten Waschsalon gefunden werden. Und die gestaltete sich schwieriger als gedacht.

Eigentlich hatte Bürgermeister Arthur Christiansen der GBR einen Grundstückstausch angeboten. Die Idee: Während die Stadt den Zugriff auf das Areal des Waschsalons bekommt, sollten Wighardt und Co. ein gleichgroßes Stück im östlichen Bereich des Hertie-Geländes bekommen, direkt angrenzend an die weitere Bebauung im Stadtweg. „Das hätten wir auch gemacht, aber leider ging das nicht“, sagt Wighardt.

Denn der Bürgermeister hatte die Rechnung offenbar ohne die BIG Städtebau gemacht, die sowohl den vom Land geförderten Abriss des Hertie-Hauses als auch die Innenstadtsanierung koordiniert. Dazu wiederum gehört auch der Erwerb des ehemaligen Kaufhauses samt Grundstück mit Hilfe von Fördermitteln. Davon im Anschluss wiederum Teile (und damit Besitzverhältnisse) zu tauschen, war aus rechtlichen Gründen allerdings nicht möglich.

Also blieb als Lösung nur der Kauf des Waschsalons durch die Stadt. Und auch da taten sich Hürden auf. Denn die Preisvorstellungen lagen zwischen beiden Seiten zunächst weit auseinander. „Wir haben viel in das Haus investiert. Da ist ja nicht nur der reine Kaufpreis, sondern es kommen auch Kosten wie die Grunderwerbssteuer und Notargebühren hinzu. Außerdem hatten wir schon einen Architekten beauftragt, der das Ärztehaus durchgeplant hat. Wir waren ja so gut wie baufähig“, rechnet Wighardt vor. Hinzu käme, dass man bereits mit der Entkernung des Waschsalons begonnen hatte.

Das jedoch hat dazu geführt, dass ein von der Stadt beauftragter Gutachter den Wert des Hauses samt Grundstück niedriger angesetzt hat als ein Gutachter, den die GBR beauftragt hat. Nach längerem Hin und Her hat man sich nun aber geeinigt – auch wenn Wighardt keinen Hehl daraus macht, dass der Deal für ihn und seine Mitstreiter alles andere als der große Wurf geworden ist. „Am Ende gehen wir mit einem Minus von rund 90  000 Euro aus der Geschichte“, sagt der Apotheker, der aber dennoch froh sei, „dass diese Sache nun endlich vom Tisch ist“.

Das sieht man auch im Rathaus so. „Ja, die Stadtverwaltung ist mit Herrn Wighardt über den Ankauf des Gebäudes einig geworden. Der Ankauf wird im Rahmen der Innenstadtsanierung zu zwei Dritteln gefördert“, erklärt Stadtsprecherin Antje Wendt auf Nachfrage. Das bedeute, dass das Gebäude zusammen mit dem ehemaligen Hertie-Haus abgerissen werden kann. Wann genau das der Fall ist, ist hingegen weiter fraglich. Im November soll mit den ersten Aufräumarbeiten begonnen werden. Bis die Abrissbagger anrollen, wird es voraussichtlich aber Frühjahr werden.

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