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Urteil am Landgericht : Fast neun Jahre Haft für den Hammerschläger von St. Jürgen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach sechs Verhandlungstagen hat das Landgericht Flensburg am Donnerstag sein Urteil gegen den 26-jährigen Schleswiger gesprochen, der im März seine Ex-Freundin mit einem Hammer erschlagen hatte.

Schleswig/Flensburg | Acht Jahre und zehn Monate Freiheitsstrafe wegen Totschlags. Das ist das Urtel der Ersten Großen Strafkammer am Flensburger Landgericht gegen den 26-jährigen Schleswiger, der im März seine Ex-Freundin brutal erschlagen hatte.

Nach sechs Verhandlungstagen und mehr als einem Dutzend Zeugenaussagen gab es keinen Zweifel mehr daran, wie die Tat abgelaufen ist: Am Sonntag vor Ostern hatte der Feinmechaniker-Lehrling seine gleichaltrige frühere Lebensgefährtin erst mit Faustschlägen malträtiert und dann zu einem Hammer gegriffen und zehn Mal zugeschlagen. So lange, bis nicht nur Blut aus ihrem Schädel quoll, sondern auch Gehirnmasse. Die Frau starb noch am selben Tag im Flensburger Diako-Krankenhaus. Tatort war die Wohnung des Täters im Schleswiger Stadtteil St. Jürgen. Sein Opfer war dort erst anderthalb Wochen zuvor mit der gemeinsamen Tochter ausgezogen. Die Beziehung der beiden war schon Monate vorher in die Brüche gegangen.

Am Morgen, bevor sie erschlagen wurde, war die Frau noch einmal in die Wohnung zurückgekehrt, um ihrem Ex-Freund für einen Tag das Kind zu überlassen. Damit kam sie einer Auflage des Jugendamtes nach. Während der Übergabe eskalierte dann der Streit ums Sorgerecht. Die junge Frau soll zu ihrem Ex-Freund gesagt haben: "Bevor du unsere Tochter bekommst, steche ich sie ab." Das Gericht war aber überzeugt, dass diese "Redewendung" keine konkrete Androhung einer solchen Tat gewesen ist.

Das kleine Mädchen saß angeschnallt in ihrer Karre im Nebenzimmer, als ihr Vater auf ihre Mutter einschlug.

Der Mann hat zum Zeitpunkt der Tat zwischen 1,6 und 2,0 Promille Alkohol im Blut. Ein psychiatrischer Gutachter attestierte ihm eine beginnende Alkoholkrankheit und außerdem eine „dissoziale Persönlichkeits-Akzentuierung“. Das Gericht ging daher von einer leicht eingeschränkten Schuldfähigkeit aus.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer zehn Jahre Haft gefordert, der Verteidiger acht Jahre. Das Gericht lag mit seinen acht Jahren und zehn Monaten also ungefähr in der Mitte zwischen beiden Anträgen. Nach zweieinhalb Jahren im regulären Gefängnis soll der Verurteilte in den Maßregelvollzug verlegt werden und sich für zwei Jahre einer Suchttherapie unterziehen. Wegen der verschiedener Schlägereien hatte das Amtsgericht Schleswig den Mann zuvor schon zu zwei Bewährungsstrafen verurteilt.

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erstellt am 24.Okt.2013 | 15:35 Uhr

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