Hinweise auf Fremdeinwirkung : Familiendrama in Mittelangeln: Vier Monate altes Baby ist tot

Die Kripo Flensburg ermittelt gegen den Lebensgefährten der Mutter – beide standen unter Beobachtung des Jugendamtes.

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29. Juni 2015, 20:56 Uhr

Mittelangeln/Schleswig | Tragisches Ereignis in der Gemeinde Mittelangeln: Die Kripo Flensburg ermittelt gegen einen Mann, der für den Tod eines vier Monate alten Säuglings verantwortlich sein soll. Es handelt sich um das Kind seiner Lebensgefährtin. Die Familie stand unter Beobachtung des Jugendamtes.

Nach Angaben der Polizei war das Baby am späten Nachmittag des 19. Juni von Ersthelfern reanimiert worden. Zuvor hatte sich der Lebensgefährte der Mutter hilfesuchend an Bekannte gewandt. Die Mutter war zu der Zeit nicht zu Hause. Ein Rettungshubschrauber flog den schwerverletzten Jungen in eine Kieler Klinik, wo er fünf Tage später, am vergangenen Mittwoch, verstarb.

Zur Art der Verletzungen wollte die Polizei auf Anfrage unserer Zeitung keine Angaben machen. Die Ärzte hätten jedoch Hinweise auf Fremdeinwirkung festgestellt. Das Ergebnis der Obduktion steht noch aus.

Hätte das zuständige Jugendamt des Kreises Schleswig-Flensburg den Tod des kleinen Jungen verhindern können? Fakt ist, dass Mitarbeiterinnen der Behörde schon seit einigen Jahren in Kontakt mit der Familie standen. Die Mutter, eine Mittzwanzigerin, hat vier Kinder von vier verschiedenen Vätern. Ihr jetziger Lebensgefährte ist der Vater eines der älteren Kinder.

Andreas Wellenstein, Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie im Schleswiger Kreishaus, erklärte, dass sich die Mutter erst in jüngster Zeit an das Amt gewandt und um Beratung gebeten hätte. Für den vergangenen Dienstag, einen Tag vor dem Tod des Säuglings, sei ursprünglich ein Gespräch terminiert gewesen. Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung habe es jedoch – auch in der Vergangenheit – nicht gegeben, so Wellenstein. Darum sei auch nie erwogen worden, die Kinder aus der Familie zu nehmen. In der Beziehung zwischen der Frau und ihrem Partner habe es jedoch Probleme gegeben, räumte Wellenstein ein.

Der Behördenchef sagte zum Tod des Babys: „Ich schätze das zum gegenwärtigen Zeitpunkt als tragischen Unglücksfall ein.“ Der Lebensgefährte habe ausgesagt, dass ihm das Kind aus den Händen geglitten ist.

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