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Umzug in die Königstrasse : Familienbildungsstätte flieht vor dem Schimmel

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die evangelische Familienbildungsstätte bezieht Räume in der Königstraße. Die Zukunft des mit Schimmel befallenen Gebäudes auf dem Michaelisberg noch offen.

Dass Antje Schümann in diesen Tagen mal wieder richtig durchatmen kann, hat gleich zweierlei Gründe: Erstens konnte die Leiterin der evangelischen Familienbildungsstätte (FBS) endlich ihr von einem Schimmelpilz befallenes Büro verlassen. Und zweitens hat die eben dadurch verursachte Suche nach Ersatzräumen – sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Kursangebote der FBS – nach vier aufreibenden Monaten nun ein Ende genommen. „Ich bin froh, dass wir eine gute Lösung gefunden haben, jetzt bin ich urlaubsreif“, betont Schümann.

Im August vergangenen Jahres wurde bei Messungen in dem Gebäude auf dem Michaelisberg, das die FBS von der Domgemeinde angemietet hatte, eine erhöhte Schimmelpilz-Belastung nachgewiesen (wir berichteten). Daraufhin wurden sämtliche Kurse an andere Orte verlegt, unter anderem ins Landesförderzentum Hören oder in das Gemeindehaus der evangelischen Kirche im Friedrichsberg. Die Büros wurden weiter genutzt. „Seitdem haben wir viel Energie in die Suche nach einer neuen Bleibe gesteckt“, sagt Antje Schümann. Im Internet und über Immobilienmakler wurde nach geeigneten Räumen gesucht. Fündig wurde man bald in der Königsstraße 5, in den Räumen eines ehemaligen Steuerberater-Büros unmittelbar neben dem Ärztehaus. Hier finden bereits seit mehreren Monaten Kurse statt. „Aber das reichte vom Platz her nicht aus“, sagt Schümann, die schließlich „eher durch Zufall“ auf eine weitere Wohnung direkt gegenüber aufmerksam wurde, in der Königsstraße 5 (über der Barmer GEK).

Ab morgen nun bezieht die FBS, bei der jährlich an rund 300 Kursen mehr als 6000 Eltern und Kinder teilnehmen, auch diese Räume – und hat damit, zumindest für die nächsten drei Jahre, ein neues Domizil gefunden. „So lange läuft unser Mietvertrag. Ich hoffe, dass wir dann wissen, wohin die Reise geht“, meint die Leiterin mit Blick auf eine erneute engere Anbindung ihrer Einrichtung an die kirchliche Arbeit in der Stadt. Das wiederum würden auch die Dompastoren Michael Dübbers und Joachim Thieme-Hachmann begrüßen. „Im Zusammenhang mit dem Fusionskonzept der drei Schleswiger Kirchengemeinden werden auch alle Standorte und Immobilien auf den Prüfstand kommen. Und natürlich sind auch wir daran interessiert, mit anderen christlichen Einrichtungen zusammenzuarbeiten“, betont Thieme-Hachmann. Zum ersten Advent 2016, so der Plan, könnte die Fusion vollzogen werden. Genau dann laufen die Mietverträge der FBS in der Königsstraße aus.

Ob auch ein Wiedereinzug auf den Michaelisberg in Frage kommt, ist derweil noch völlig offen, sagt Thieme-Hachmann. Was die Zukunft der Immobilie angehe, müsse man alle Optionen durchspielen: Sanierung, Umbau, Abriss. „Ich bedauere es sehr, dass es zu diesem Auszug kommen musste. Denn dieser Ort hat eine lange Kirchen-Tradition“, sagt Michael Dübbers. Es sei deshalb viel versucht worden, um die Probleme an dem in den 70er Jahren erbauten Gebäude auf dem Michaelisberg in den Griff zu bekommen, „leider vergeblich“. Zumindest aber der höher gelegene Teil des Baukomplexes könne von der Domgemeinde weiter als Gemeindehaus genutzt werden. „Für die andere Gebäudeseite werden wir uns Konzepte überlegen müssen.“

Antje Schümann freut sich derweil, dass in und für die FBS jetzt wieder ruhigere Zeiten anbrechen. „Es mussten etliche Kurse verlegt werden, aber trotzdem hatten wir seit August nur zwei Abmeldungen“, erzählt sie. Das sei in erster Linie den Kursleiterinnen zu verdanken, „die das ganze Durcheinander mit viel Herzblut mitgetragen haben“. Und am Ende sei es wohl auch so, dass die Familien nicht wegen der Räumlichkeiten, sondern der inhaltlichen Arbeit zur FBS kommen.

 

 

 

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erstellt am 03.Feb.2014 | 17:00 Uhr

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