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Tagung in Schleswig : Fahrtüchtig auch im hohen Alter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Es ist ein zweischneidiges Schwert: Vielen älteren Menschen fällt das Fahren zunehmend schwer, andererseits ist das eigene Auto oft unverzichtbar, um weiter ein eigenständiges Leben führen zu können – insbesondere auf dem Lande. Vor diesem Hintergrund beschäftigten sich jetzt Fachleute im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung der Geriatrischen Tagesklinik der Malteser in Schleswig mit dem Thema Fahrtauglichkeit im Alter.

Es ist ein zweischneidiges Schwert: Vielen älteren Menschen fällt das Fahren zunehmend schwer, andererseits ist das eigene Auto oft unverzichtbar, um weiter ein eigenständiges Leben führen zu können – insbesondere auf dem Lande.

Vor diesem Hintergrund beschäftigten sich jetzt Fachleute im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung der Geriatrischen Tagesklinik der Malteser in Schleswig mit dem Thema Fahrtauglichkeit im Alter.

„Eine zeitliche Befristung der Fahrerlaubnis oder altersbezogene Screeninguntersuchungen führen nicht zu einer Erhöhung der Sicherheit im Verkehr“, meint Dr. Klaus Weil, Geriatrie-Chefarzt am Flensburger St.- Franziskus-Hospital. Sinnvoll sei es hingegen, Verkehrsteilnehmer unabhängig vom Alter genauer zu untersuchen, wenn ihr Fahrverhalten auf ein erhöhtes Unfallrisiko deute.

Eine solche Überprüfung können die Behörden schon jetzt anordnen. Dieses kontrovers diskutierte Vorgehen sieht zunächst eine Einladung zum persönlichen Gespräch vor, wenn Mitteilungen durch die Polizei, Bußgeldstellen, Angehörige oder Ärzte vorliegen. Björn Larssen, Mitarbeiter der Fahrerlaubnisbehörde Flensburg, klärte über die Voraussetzungen und Grenzen für ein Fortbestehen der Fahrerlaubnis in diesem Fall auf. Bei Hinweisen, die Bedenken hinsichtlich der Fahrtauglichkeit rechtfertigen, wie dem Vorliegen einer Erkrankung, ungewöhnlicher Unfallkonstellation oder auffälligem Verhalten, überprüft zunächst ein Facharzt mit verkehrsmedizinischer Qualifikation oder ein Arzt einer Begutachtungsstelle für Fahreignung die Eignung. „Die Betroffenen unterschätzen häufig durch Erkrankungen hervorgerufene, aber sicherheitsrelevante Einschränkungen“, sagt Larssen. Es sollte aber das Ziel sein, die Mobilität älterer Menschen weitestgehend zu erhalten.

Eine altersgebundene Befristung der Fahrerlaubnis, also die Abgabe der Fahrerlaubnis mit beispielsweise 85 Jahren, führe nicht zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit, wie Gudrun Kienitz, langjährig tätige Verkehrspsychologin in Heide, ausdrücklich klarstellt. Zudem könnten Ältere nicht als Risikogruppe gelten. Auch bei Demenzpatienten müsse nicht zwingend mit dieser Diagnose ein absolutes Fahrverbot ausgesprochen werden, sondern die Fahrtüchtigkeit sollte individuell überprüft werden. Ab dem vierten Erkrankungsjahr bestehe hier allerdings ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko.

Durch präventive Beratungs- und Trainingsangebote lassen sich Fahrsicherheit und Mobilität im Alter deutlich verbessern, wie Horst Heider – langjähriger Fahrlehrer und ADAC-Pkw-Sicherheitstrainer in Glücksburg – im Anschluss bestätigt. Seit 1994 ist er als Ausbildungsmoderator am Fahrsicherheitsprogramm „Ältere aktive Kraftfahrer“ beteiligt und bietet seit 2008 spezielle FahrFitnessChecks an. Seit 2012 bietet der ADAC Schleswig-Holstein zudem spezielle „Seniorenprogramme“ in der Fahrsicherheitsanlage Kiel-Boksee an.

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erstellt am 09.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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