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Langacker : Fahrdorf will für Flüchtlinge bauen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In Fahrdorf werden die Wohnungen knapp: Zwei Doppelhäuser für Flüchtlinge sollen im Neubaugebiet Langacker errichtet werden.

Mucksmäuschenstill verfolgten Fahrdorfs Gemeindevertreter und gut 30 Bürger die Ansprache ihres Bürgermeisters Frank Ameis im Rahmen der jüngsten Versammlung im Fährhaus. Anlässlich der Zuwanderung von Flüchtlingen, sagte er, stehe das Amt Haddeby, insbesondere die Gemeinde Fahrdorf, vor dem Problem des nicht ausreichend vorhandenen Wohnungsangebots.

Mietwohnungen in Fahrdorf seien rar. „90 schutzsuchende Menschen sind im Amtsbereich Haddeby untergebracht – keiner davon in der Gemeinde Fahrdorf“, bemängelte Ameis – und das, obwohl Fahrdorf mit 2500 Einwohnern die größte und auch die finanzkräftigste der acht Gemeinden im Amt sei. Eindringlich sprach er an dieser Stelle als Bürgermeister, nicht als Haddebys Amtsvorsteher. Um Abhilfe zu schaffen, stellte Ameis den Bau von zwei Doppelhäusern mit vier barrierefreien Wohneinheiten im Neubaugebiet des verlängerten Langackers zur Diskussion.

„Wir als Gemeinde Fahrdorf müssen auch unseren Beitrag leisten. Auch wir haben unser Säckchen beizutragen. Es ist unsere christliche Pflicht zu helfen, heute geht es um Nächstenliebe und Hilfe für Menschen. Das ist mein persönliches Anliegen“, sagte Ameis.

Fördermittel für das angestrebte Bauprojekt seien im Amt Haddeby vorhanden und könnten überdies mit einem Schulterschluss als Bauträger erfolgen – oder auch in Eigenregie. Die Nachhaltigkeit, das heißt eine spätere Verwendung, sei gegeben, insbesondere weil barrierefreie Wohnungen in Zukunft immer benötigt würden, sagte Ameis.

Eine Unterbringung in der Turnhalle, ein Bau von Blockwohnungen oder Containeranlagen kämen indes nicht in Frage. „Ja, unserer Turnhalle ist frei, ich möchte sie aber nicht mit Flüchtlingen belegen. Wir streben eine andere Lösung an – eine, die Integration bietet“, so Ameis. So sah das auch die Mehrheit der Gemeindevertreter – mit einer Gegenstimme fand der Vorschlag des Bürgermeisters Zuspruch.

„Es ist mehr als angebracht, dass sich die Gemeinde Fahrdorf engagiert. Wir begrüßen den Vorschlag des Bauvorhabens ausdrücklich“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Bettina Koch, Fraktionsvorsitzende der SPD. „Wenn wir mit dem Projekt die Integration ermöglichen, stehe ich dahinter“, sagte Jan Ströker, Vertreter der CDU-Fraktion. „Eine großartige Sache. Die Barrierefreiheit ist ganz wichtig“, meinte Harald Braun, Vertreter des SSW. Ob die Realisierung des Projektes, das ein geschätztes Volumen von zwei Millionen Euro hat, mit dem Amt Haddeby als Bauträger angestrebt wird oder die Gemeinde das Bauprojekt in Eigenregie umsetzt, das soll Gegenstand der nächsten Sitzung sein, denn „alles soll möglichst zügig geschehen und kostengünstig sein“, so Bettina Koch. „Lasst uns alle zusammenhalten. Dann bekommen wir das schon gemeinsam hin“, ergänzte Ameis.

Im Falle einer Bauträgerschaft des Amtes wolle man sich eine gemeindlichen Rücküberlassung im Vertrag sichern lassen, waren sich die Gemeindevertreter schon jetzt einig.

Schließlich wies der Bürgermeister auf den Weihnachtsmarkt hin, der am Sonnabend ab 14 Uhr am Feuerwehrgerätehaus stattfindet.





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