Tag des offenen Denkmals : Europäische Spuren im Dom

Freuten sich auf die Besucher: die Organisatoren (v.l.) Kirsten Buhmann, Pastorin Christiana Lasch-Pittkowski, Gero Moltzen und Katja Wriedt.
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Freuten sich auf die Besucher: die Organisatoren (v.l.) Kirsten Buhmann, Pastorin Christiana Lasch-Pittkowski, Gero Moltzen und Katja Wriedt.

St. Petri präsentierte sich am Sonntag mit einem umfangreichen Programm.

shz.de von
09. September 2018, 19:02 Uhr

Ein Besuch im Schleswiger Dom soll auch jungen Gästen lange in guter Erinnerung bleiben. Auch am gestrigen „Tag des offenen Denkmals“ ist das die Mission von Katja Wriedt und Kirsten Buhmann vom kirchenpädagogischen Team. Passend zum diesjährigen Motto „Entdecken, was uns verbindet“ haben sie einen abwechslungsreichen Rundgang für Kinder zusammengestellt. „Wir haben uns dazu überlegt, welche Orte im Dom einen Bezug zu anderen Ländern in Europa herstellen“, sagte Wriedt.

Gefunden haben sie einige. So ist etwa der Brüggemann-Altar gefertigt aus Holz aus dem Baltikum, das über 800 Jahre alte Petri-Portal aus Steinen aus dem schwedischen Schonen und die Orgel wurde in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von einer dänischen Firma hergestellt. „Unsere Besucher sollen erleben können, was uns in Europa verbindet, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind“, erläuterte Wriedt. Texte in einfacher Sprache mit ganz klaren Informationen sollten diesem Anspruch gerecht werden.

Natürlich ging es auch um die Kunst im Dom, die aus nächster Nähe betrachtet und in manchen Fällen sogar ertastet werden konnte. Zahlen, Daten und harte Fakten seien für die bleibende Erinnerung hingegen oft gar nicht so wichtig, meinte Wriedt. Es sei dieses ganz intensive Erleben des kulturellen Erbes, das oft langfristig in den Köpfen bleibe.

Simone Oldenburg aus Schleswig war mit ihrer Tochter Sarah (5) der Einladung in den Dom gefolgt. „Wir haben über eine Bekannte von der Aktion gehört und ich wollte meiner Tochter den Dom schon lange einmal näher bringen. Jetzt sind wir hier auf Entdeckungsreise“, so Oldenburg. Sarah war sichtlich gespannt auf den Rundgang, ihre Mutter freute sich vor allem auf den Gospelchor „MaMa-Spirit“ aus Bad Bramstedt, der mittags auftrat. Zum weiteren Programm gehörten mehrere Vorträge, Führungen und musikalische Auftritte.

Auch Pastorin Christiana Lasch-Pittkowski hatte anlässlich dieses Tages nach Gemeinsamkeiten und Verbindungen nach Europa gesucht. In ihrer Predigt und im Gespräch nannte sie das christliche Glaubensbekenntnis als wichtigen Teil einer europäischen Identität. Denn darauf ließen sich gemeinsame Werte und Feste zurückführen, die überall in Europa gefeiert werden.

Wahrscheinlich gehört dazu auch die Gastfreundschaft, die im Dom von der evangelischen Jugend geboten wird. Nachdem das „Erdbeercafé“ im Sommer so gut angekommen war, folgte schon im vergangenen Jahr zum „Tag des offenen Denkmals“ erstmals das „Herbstcafé“. Diana Sieboldt und Johanna Ross, die diesmal für den Service verantwortlich waren, wünschten sich gegen Mittag aber noch mehr Kundschaft. „Bisher ist es sehr entspannt, es dürfen gerne noch mehr Leute kommen“, sagten sie. Denn zum Erleben der Kultur gehöre auch ein guter Apfelkuchen.



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