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Stadt Schleswig kauft Hertie-Haus : „Es war ein hartes Stück Arbeit“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stadt gibt weitere Details zum Kauf der Hertie-Immobilie bekannt. Erste Pläne sollen bereits Anfang Mai veröffentlicht werden.

von
erstellt am 22.Mär.2016 | 12:45 Uhr

Wohl selten war man sich im Schleswiger Rathaus so einig wie gestern Mittag. Gleich zehn Frauen und Männer standen beim Pressegespräch zum Erwerb der Hertie-Immobilie durch die Stadt Rede und Antwort. Und sie alle kamen dabei auf einen Nenner: Dieser Kauf ist ein echter Brustlöser für Schleswig und die Entwicklung seiner Innenstadt.

Die Vorsitzenden der Ratsfraktionen waren gekommen, ebenso wie Bauamtsleiterin Britta Gutknecht, IHK-Geschäftsstellenleiter Stefan Wesemann, IGL-Vorsitzender Klaus-Peter Jeß und Stadtmanager Rüdiger Knospe sowie der neue Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wireg, Michael Otten. Im Mittelpunkt stand aber eindeutig Bürgermeister Arthur Christiansen, der – daran ließen alle Teilnehmer keinen Zweifel aufkommen – auch bei den zähen und langwierigen Verhandlungen mit den Hertie-Eigentümern die Hauptrolle gespielt hatte. „Hut ab, Arthur, dass du immer am Ball geblieben bist. Dieses Erfolgserlebnis hast du dir verdient“, lobte etwa Grünen-Fraktionschef Johannes Thaysen.

Christiansen selbst zeigte sich ebenfalls euphorisch: „Diese Ruine war jahrelang der dicke, eitrige Stachel im Herzen der Stadt Schleswig. Jetzt endlich haben wir das Heft des Handelns in der Hand. Aber es war ein hartes Stück Arbeit“, betonte er und schilderte noch einmal die Hintergründe, wie es der Stadt letztendlich gelang, das Hertie-Haus nach acht Jahren Leerstand zu kaufen. Das Hauptproblem sei dabei gewesen, dass man das Geflecht aus Insolvenzverwaltern, Anteilseignern und Gläubigern nicht durchblicken konnte. „Wir wissen bis heute nicht, wer eigentlich hinter diesem Konstrukt steckt.“

Für 1,74 Millionen Euro gab es schließlich den Zuschlag für das Gebäude samt Grundstück. „Viel Geld“, wie Christiansen zugab. Allerdings sei das Risiko für die Stadt gering. Nicht nur, weil der Löwenanteil durch Fördermittel des Landes finanziert wurde, sondern auch, weil der Preis fast ausschließlich den Grundstückswert widerspiegelt. Und dafür scheint es genügend Interessenten zu geben. Christiansen: „Schon heute Morgen hatte ich Anfragen von fünf Investoren auf dem Schreibtisch liegen.“

Ein besonderer Dank ging von seiner Seite aus an Bauamtsleiterin Britta Gutknecht sowie ans Kieler Innenministerium. „Dort hat man uns vorbildlich unterstützt. Am Ende hatten wir einen Schuss frei – und der hat gesessen.“ Denn, so Christiansen weiter, mehr als die in einem Wertgutachten genannten 1,74 Millionen Euro hätte die Stadt nicht geboten. Im Gegensatz zu Anfang 2014. „Damals habe ich zum ersten Mal mit dem Immobilienvermarkter verhandelt. Da hätten wir noch mehr als zwei Millionen Euro auf den Tisch gelegt.“

Wie sich das Gelände künftig entwickelt, hängt nun von der weiteren Planung in Bezug auf die Innenstadtsanierung ab. Anfang Mai wird erstmals ein Rahmenplan dazu öffentlich vorgestellt. Ende September, so hofft Christiansen, könnte dieser dann von der Ratsversammlung beschlossen werden, „damit wir bis zum Jahresende alles auf den Weg gebracht haben“. Dabei müsse man die Entwicklung des Parkhaus-Areals und die des Hertie-Geländes gemeinsam betrachten. Auch mit dem Apotheker Hermann Wighardt, dem das Eckhaus an der Moltkestraße (der ehemalige Waschsalon) gehört, müsse man parallel dazu in Verhandlung treten. Ob dann am Ende ein Abriss des ehemaligen Kaufhauses oder ein Entkernen samt Schaffung einer neuen Fassade dabei herumkommt, das hänge schließlich auch von dem ab, was die Investoren planen.

Holger Ley (CDU) sprach mit Blick auf den Kauf von „gut angelegtem Geld“. Gleichzeitig lobte er, dass sämtliche Ratsfraktionen und die Verwaltung hier an einem Strang gezogen hätten. „Da zeigt sich, wie schon bei der ,Heimat‘, dass wir gemeinsam stark sind.“ So sprach auch sein Kollege von der SPD, Stephan Dose, vom „glücklichen Ende einer Hängepartie“. Und Harry Heide (SSW) wünschte sich, dass auf dem Gelände etwas entsteht, was zu Schleswig passt. „Klein aber fein statt überdimensioniert.“ IHK-Vertreter Stefan Wesemann blickte derweil über Schleswig hinaus: „Dass wir dieses zentrale Grundstück nun neu entwickeln können, eröffnet uns große Chancen im Wettbewerb mit unseren Nachbarstädten.“

Bis das soweit ist, sollen die Schleswiger bereits in Kürze erste kleine Schritte erkennen können. Bürgermeister Christiansen: „Jetzt wollen wir da erst einmal aufräumen. Dazu gehört auch, dass alte Schriftzüge entfernt und neue Werbetafeln angebracht werden.“

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