"Es wäre ein Traum, Musik zu studieren"

Ein Leben für die Musik:   Dania Hollemann, Maren Sophie Pertiet, Lehrerin Manuela Mach und Johanna Bookmeyer (von links).
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Ein Leben für die Musik: Dania Hollemann, Maren Sophie Pertiet, Lehrerin Manuela Mach und Johanna Bookmeyer (von links).

"Jugend musiziert": Seit mehr als 45 Jahren ist ein Erfolg in diesem bundesweiten Wettbewerb das Ziel für junge Musiker. Zwei der Preisträgerinnen im Regionalwettbewerb für Schleswig-Flensburg zeigten jetzt ihre Kunst in der Lornsenschule: Maren Sophie Pertiet und Dania Hollemann.

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09. März 2009, 10:41 Uhr

Schleswig | Die beiden Preisträgerinnen Maren Sophia Pertiet und Dania Hollemann, die am 21. Januar den diesjährigen Regionalwettbewerb in der Kategorie "Duo Kunstlied" gewonnen hatten, stellten ihr Können unter Beweis. Die 17 und 19 Jahre alten Nachwuchsmusikerinnen sangen und spielten in der Aula vor rund 50 Zuhörern. Maren Sophia Pertiet singt Sopran, und Dania Hollemann begleitet sie am Klavier.

"Seit zweieinhalb Jahren habe ich bei Manuela Mach an der Musikschule Gesangsunterricht", erzählt Pertiet. "Ich wollte es gerne einmal bei "Jugend musiziert" versuchen. Was fehlte war noch eine Begleitung." So kam ihre Schulfreundin Hollemann dazu, die seit dem siebten Lebensjahr Klavier spielt. Damit hatte Pertiet eine erfahrene Mitspielerin: "Fünf oder sechs mal hat Dania schon bei Jugend musiziert mitgemacht und immer den Landeswettbewerb erreicht", sagt sie. Gemeinsam haben sie für dieses Jahr unter anderem Stücke von Brahms, Schumann und Mozart einstudiert. "23 Punkte haben wir erreicht", so Pertiet. Das reichte für einen ersten Preis und für die nächste Runde.

Dass der Wettbewerb durchaus ein Sprungbrett für junge Musiker sein kann, beweist die 20-jährige Johanna Bookmeyer. Sie hat bereits mehrmals bei "Jugend musiziert" teilgenommen und es dort vom Regional- über den Landeswettbewerb bis in die Bundesausscheidung geschafft. Nun hat sie das nächste große Ziel vor Augen: Bookmeyer bereitet gerade ihr Programm vor, mit dem sie sich bei verschiedenen Musikhochschulen vorstellen möchte. "Es wäre ein Traum, Musik studieren zu dürfen",

sagt sie. Gemeinsam mit Mach wählt die Mezzosopranistin nun Stücke aus, mit denen sie in den Osterferien bei mehreren Musik-Professoren vorsingen wird. "Wir haben ein gewisses Repertoire erarbeitet, aus dem

wir nun vier bis fünf Stücke auswählen", erklärt ihre Lehrerin Mach. "Darum ist für Johanna dieser Abend besonders wichtig, denn es geht darum, herauszufinden, was ankommt und was eher nicht."

Ob die Auswahl nun einfacher geworden ist? Die drei jungen Musiker und Christina Selle, Bookmeyers Begleitung am Klavier, ernteten für jedes Stück viel Applaus, der nach dem letzten Lied minutenlang anhielt. Auch Mach selbst war von der Leistung ihrer "besten Talente" zu Tränen gerührt. Auch wenn die erfahrene Lehrerin kleine Fehler erkannte: "So etwas passiert auch gestandenen Profis. Die Kunst ist, diese Fehler gut zu überspielen." Was problemlos gelang.

Auch Maren Sophia Pertiet kann sich einen mit der Musik verbundenen Beruf vorstellen: "Vielleicht bewerbe ich mich auch bei einer Musikhochschule", sagt sie noch etwas zweifelnd. Für Bookmeyer gibt es da aber keinen Zweifel: "Du bist doch die Beste, natürlich studierst du Musik!" Dania Hollemanns Pläne sind da schon konkreter: "Ich möchte nach dem Abitur gern Musik und Sport auf Lehramt studieren", sagt sie.

Viel Zeit für anderes als Musik und Lernen bleibt im Moment nicht: Die Wettbewerbszeit fällt genau in die sowieso schon stressige Abiturphase. "Das war leider schon immer so", seufzt Mach, die seit 1988 in Schleswig Gesangsunterricht gibt: "Jugend musiziert und die Aufnahmeprüfungen an den Hochschulen fallen immer in den Februarund März."

Eigentlich waren am Freitag die Auftritte von drei Duos geplant. "Lydia Kuhl ist leider krank geworden", berichtet Pertiet. Gemeinsam mit ihrer Klavierpartnerin Vivien Voss ist die Sopranistin ebenfalls in der nächsten Runde von "Jugend musiziert".

Am 21. März geht es für die beiden wie für Hollemann und Pertiet nach Norderstedt, wo es um die Teilnahme am Bundeswettbewerb in Essen im Sommer geht. Bis dahin gibt Lehrerin Mach die Devise aus: "Stimme schonen und gesund bleiben!"

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