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Schleswiger Domsanierung : Es geht nicht mehr nur um den Turm

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Schleswiger Dom wird sanieert: Architekten nehmen auch Schwahl und Fürstengruft unter die Lupe.

von
erstellt am 01.Mär.2016 | 08:07 Uhr

Wenn alles glatt läuft, dann wird der Dom noch in diesem Jahr zur Großbaustelle. Im April will Bischof Gothart Magaard die Einzelheiten präsentieren. Schon jetzt aber zeichnet sich ab: Es wird nicht mehr nur um den Turm gehen, dessen bröckelnde Fassade den Verantwortlichen seit Jahren Kopfzerbrechen bereitet. Als vor wenigen Tagen die Planer des beauftragten Architektenbüros aus Brandenburg an der Havel zum Ortstermin an die Schlei kamen, nahmen sie das gesamte Bauwerk genau unter die Lupe. „Den Turm hatten wir ja schon vorher untersucht, aber den Schwahl und das Langhaus kannten wir ja bisher nur als Touristen“, sagt Architekt Alexander Wesch. Was Stefan Holtmann, Pastor aus der Bischofskanzlei, den Fachleuten zeigte, beeindruckte sie. Zwar fanden sie in den Jahrhunderte alten Gemäuern vieles, was sanierungsbedürftig ist, aber, so Wesch: „Man sieht deutlich, dass hier Küster arbeiten, die es mit der Pflege des Domes sehr genau nehmen.“

Welche Bereiche im Innern des Doms erneuert werden, steht im Detail noch nicht fest. Konkret nennt die Nordkirche bislang lediglich den „Bereich der Fürstengruft“. Neben dem begrenzt zugänglichen Teil der Gruft gibt es auch noch ein fast vergessenes Gewölbe unter dem Altarraum, das zuletzt vor mehr als 50 Jahren ein Mensch mit eigenen Augen gesehen hat. Vor zwei Jahren hatten Kieler Geophysik-Studenten die Gruft per Radar und mit einem hochempfindlichen Gravimetrie-Messgeräten untersucht.

Insgesamt sollen die Sanierungsarbeiten 17,3 Millionen Euro kosten. Die Hälfte der Summe, genau 8,65 Millionen, kommt vom Bund. Das hat der Bundestag bereits grundsätzlich bewilligt. Der Rest der Finanzierung ist noch nicht in trockenen Tüchern. Auf jeden Fall wird sich die Nordkirche an den Kosten beteiligen, und auf der Webseite www.domsanierung-schleswig.de wirbt die Kirche um Spenden.

Von der Gesamtsumme sollen rund vier Millionen Euro in die Arbeiten im Inneren des Doms fließen. Dass auch dort Handwerker anrücken werden, war schon länger klar. Dabei ging es zunächst aber nur darum, die Feuchtigkeitsschäden zu beseitigen, die durch die Mängel an der Turmfassade entstanden waren.

Die Bauarbeiten, daran lässt Alexander Wesch keinen Zweifel, werden für die Dombesucher mit einigen Einschränkungen verbunden sein. Dank der Arbeiten im Innern würden die Einheimischen und Touristen anschließend jedoch auch den Erfolg direkt erleben können.

Ohnehin wird nicht zu übersehen sein, dass der Turm sein äußeres Erscheinungsbild verändert hat, wenn in ein paar Jahren das Baugerüst wieder abgebaut wird, hinter dem der Turm vorläufig verschwindet. Die Pfeiler erhalten eine Verkleidung aus Kupfer. An der Westfassade, die dem Wetter besonders stark ausgesetzt ist, werden die Giebel im oberen Bereich komplett erneuert.

Der 1894 an den mittelalterlichen Dom angebaute Turm war zuletzt in den 1950er Jahren von Grund auf saniert worden. Offenbar verwendete man damals einen zu harten Mörtel sowie Ziegel, die nicht widerstandsfähig genug gegen Frost sind. So kam es zu Schäden an der Fassade, gegen die auch kleinere Erneuerungsarbeiten in den 1990er Jahren dauerhaft nichts ausrichten konnten.

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