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Junge Einwanderer in Kropp : Erste Anlaufstelle Deutschkurs

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Während die zugewanderten Eltern bei Katharina Hein Deutsch lernen, werden ihre Kinder im Jugendzentrum Kropp betreut.

Alina Schelestenko steht an der Tafel und schreibt die im Deutschkurs gelernten Wörter und Satzkonstruktionen auf. Sie ist eine fleißige Schülerin; seit einem Jahr lebt die in Russland geborene Frau zusammen mit ihrem Mann in Deutschland. Ihr gemeinsamer Sohn ist gerade Mal neun Monate alt. Dieses Mal ist er zu Hause geblieben. Mit 26 Jahren gehört Schelestenko zu den jüngeren Kursteilnehmerinnen. „Wir haben momentan eine Altersstruktur von 24 bis zirka 40 Jahren in der Klasse,“ sagt Lehrerin Katharina Hein. Hein ist selbst vor fünfzehn Jahren nach Deutschland gekommen. Die Lehrerin, die heute in Kropp lebt, kommt ursprünglich aus der Ukraine. Neben ihrer festen Anstellung an der Realschule in Lunden/Dithmarschen gibt sie seit Weihnachten 2012 zweimal pro Woche Deutschkurse im Kropper Jugendzentrum. Immer mittwochs und freitags von 15 bis 18 Uhr können Flüchtlinge und andere Zugezogene aus Kropp und den umliegenden Dörfern zum Deutschkurs ins Kropper Jugendzentrum kommen.

Wer keinen Babysitter hat, kann zudem die „Kinderbetreuung“ im Jugendzentrum in Anspruch nehmen. „Wir betreuen Kinder im Alter von einem halben Jahr bis zum 16. Lebensjahr während des Deutschkurses und natürlich auch die anderen Jugendlichen, die an diesen Tagen ins Jugendzentrum kommen,“ sagt Kirsten Doormann von der Amtsjugendpflege. Zusammen mit Sven Hartrich, Leiter des Jugendzentrums, betreut sie dieses Projekt. Vielen Müttern sei es eine Hilfe, wenn sie ihre Kinder während des Kurses betreuen lassen können.

„Unsere Kursteilnehmer kommen derzeit aus Afghanistan, Armenien, Mazedonien, Russland, Syrien und Bulgarien“, sagt Hartrich. „Was die Erwachsenen sich mühsam erarbeiten müssen, klappt bei den Kindern sogleich. Da Deutsch ihre gemeinsame Verständigungssprache ist, verstehen sie sich beim Spielen und Lernen auf Anhieb,“ berichtet er.

Die Erwachsenen erhielten durch die Kurse zusätzlich ein gut funktionierendes Netzwerk. Wenn die Teilnehmer Neuankömmlinge im Dorf sehen – egal welcher Nationalität – „bringen sie diese erst einmal zum Deutschkurs, damit sie Land, Leute und Kultur des Gastlandes kennen lernen können“, berichtet Hartrich. Die Teilnahme pro Unterrichtseinheit kostet einen Euro . Zuschüsse für das Projekt gibt es aus Mitteln der Europäischen Union (EU) nach dem Zukunftsprogramm ländlicher Raum (ZPLR).

„Wir haben auch schon mit den Teilnehmern einen Ausflug zu Silke Wittich, zum Migrationsdienst nach Schleswig gemacht und mit den Jugendlichen sind wir zu Maike Hohmann und Oxana Wittmann zum Jugendmigrationsdienst vom Diakonischen Werk nach Schleswig gefahren,“ berichtet Hartrich. „Inzwischen haben wir auch einen guten Draht zum Ordnungsamt und Sozialzentrum hier in Kropp, weil Neuankömmlinge meistens erst einmal zu uns in den Deutschsprachkurs kommen,“sagt er weiter.

 

>Das Jugendzentrum in Kropp ist von Montag bis Freitag von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Informationen geben Kirsten Doormann von der Amtsjugendpflege) und Sven Hartrich (Leiter des Jugendzentrum) unter Telefon 0 46 24/72 23 oder Telefon 0 46 24/ 72 37 und mobil 0162/ 109 37 52.

 

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erstellt am 08.Feb.2014 | 15:00 Uhr

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