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Hammerschläger-Prozess : Ermittler glaubt nicht an „Blackout“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Er erschlug seine Ex-Freundin mit einem Hammer: Im Prozess vor dem Landgericht geht es jetzt um die Frage, ob der 25-jährige Schleswiger voll schuldfähig ist.

Wusste er, was er tat, als er mit einem Hammer auf den Kopf seiner Ex-Freundin einschlug? Diese Frage stand am Freitag im Mittelpunkt des vierten Verhandlungstages im Prozess gegen den 25-jährigen Schleswiger, der vor dem Flensburger Landgericht wegen Totschlags angeklagt ist. Als Zeuge war ein Kripo-Beamter aus der Mordkommission geladen, der den Täter wenige Stunden nach der Tat vernommen hatte. Dort hatte der Mann gesagt, er könne sich nicht an den Moment erinnern, in dem er den Hammer in die Hand nahm und zuschlug. Die junge Frau starb noch am selben Tag im Krankenhaus.

Der Polizist mochte nicht an Erinnerungslücken glauben. „Ich habe ja schon viele Vernehmungen gemacht. Meine subjektive Einschätzung ist, dass er einfach nur nicht darüber sprechen wollte.“ Denn er habe sehr genau wiedergeben können, was in den Minuten vor und nach der Tat los war. „Ich bin kein Psychologe, aber ich glaube nicht, dass man für so wenige Sekunden einen Blackout haben kann“, sagte der Ermittler. Dem widersprach Verteidiger Burkhard Gerling: „So etwas ist kennzeichnend für einen affektiven Durchbruch.“ Von der Frage, ob der 25-Jährige im Affekt handelte, hängt ab, ob er voll schuldfähig ist. Dazu wird ein Psychiater sein Gutachten vorlegen, wenn die Verhandlung am 21. Oktober, dem Montag nach den Herbstferien fortgesetzt wird. Das Gericht wird sein Urteil voraussichtlich am 24. Oktober sprechen.

Weitgehend geklärt ist unterdessen ein Vorfall aus dem Herbst vergangenen Jahres, der am Donnerstag während der Gerichtsverhandlung überraschend zur Sprache gekommen war. Eine Nachbarin bestätigte nun, dass eines Nachts drei kräftige Männer vor der Wohnung des Angeklagten aufgetaucht waren, ihn bedrohten und ihn aufforderten, seine Ex-Freundin nicht mehr zu schlagen. Zwei Frauen begleiteten diese drei Männer: Die Ex-Freundin selbst, also das spätere Opfer – und die Schwester des Angeklagten.

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erstellt am 28.Sep.2013 | 07:45 Uhr

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