Gedenkstein am Busdorfer Teich : Erinnerungsarbeit für den Frieden

Die Einsatzleiter Leutnant Leif Larsen (rechts) aus Dänemark, Kommandeur Franz Hofer aus Österreich und Oberstleutnant Peter Frank aus Schwesing (l.) beenden ihren Arbeitseinsatz mit der Einweihung des Gedenksteines und der Kranzniederlegung.
Foto:
Die Einsatzleiter Leutnant Leif Larsen (rechts) aus Dänemark, Kommandeur Franz Hofer aus Österreich und Oberstleutnant Peter Frank aus Schwesing (l.) beenden ihren Arbeitseinsatz mit der Einweihung des Gedenksteines und der Kranzniederlegung.

Soldaten aus Deutschland, Dänemark und Österreich pflegen Kriegsgräber. Am Busdorfer Teich haben sie einen Gedenkstein für die Gefallenen des Krieges von 1850/51 eingeweiht.

shz.de von
11. September 2015, 18:18 Uhr

Rund zwei Wochen waren 15 dänische, österreichische und deutsche Soldaten und Reservisten gemeinsam im Einsatz, um die Kriegsgräberstätten in Schleswig, Rendsburg und Einzelgräber im Bereich der Gemeinde Jagel instand zu setzen – und das taten sie freiwillig, mit viel Engagement und Herzblut. Einige der Soldaten waren bereits zum elften Mal dabei. Die internationale Gruppe verbindet ein festes Band der Freundschaft.

Neben der umfangreichen Restaurierung des Garnisonsfriedhofes in der Flensburger Straße (wir berichteten) war die Instandsetzung der Sammelgrabanlage am Busdorfer Teich ein Einsatzschwerpunkt. Dort, über den Gräbern von 500 gefallenen dänischen, österreichischen und deutschen Soldaten des Krieges von 1850/1851, fand auch die Abschlussveranstaltung statt. Rund 30 Gäste wollten bei der Einweihung eines neuen Gedenksteines und der Kranzniederlegung dabei sein, darunter die Landtagsvizepräsidentin Marlies Fritzen, der dänische Generalkonsul Henrik Becker-Christensen, Landrat Wolfgang Buschmann, Schleswigs Bürgermeister Arthur Christiansen, Haddebys Leitender Verwaltungsbeamter Ralf Feddersen sowie Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und des österreichischen Schwarzen Kreuzes.

Viel Lob und Anerkennung wurde den Soldaten und Reservisten für ihren Einsatz entgegengebracht. „Diese Arbeit ehrenamtlich zu tun, ist absolut keine Selbstverständlichkeit. Es wird immer schwerer, Menschen für das Ehrenamt im Bereich der Erinnerungskultur zu gewinnen“, sagte Manfred Koch, Volksbund-Beauftragter für Kriegsgräber im Inland. Ein Glück sei es, heute miterleben zu können, wie ehemalige Gegner, Menschen aus drei Nationen, gemeinsam anpackten. Freundschaften seien entstanden, die früher nicht denkbar gewesen seien. „Wir sollen uns darüber freuen, das es heute ein Mit- und Füreinander gibt. Versöhnung über den Gräbern ist das, was hier gemeinsam geleistet wurde“, sagte Generalkonsul Becker-Christensen. „Mit ihrer Arbeit mahnen sie zum Frieden und halten Erinnerungen wach“, bedankte sich die stellvertretende Landtagspräsidentin Marlies Fritzen (Grüne). Nach einem gemeinsamen Abendessen im Forum im Friedrichsberg (FiF) wurden die Gäste aus Österreich und Dänemark ebenso warmherzig verabschiedet. „Sie sind immer wieder herzlich willkommen“, sagte Landrat Wolfgang Buschmann.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen