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Gedenkstunde in Haddeby : Erinnerung an die Opfer des Krieges

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kranzniederlegung am dänisch-österreichischen Gemeinschaftsgrab auf dem Haddebyer Friedhof und am Königshügel.

von
erstellt am 05.Feb.2017 | 07:03 Uhr

Kranzniederlegung bei trüben Winterwetter: Seit 153 Jahren wird am 3. Februar der Opfer des dänisch-deutsch-österreichischen Krieges von 1864 gemeinsam gedacht – seit 20 Jahren treffen sich Vertreter der drei am Krieg beteiligten Nationen an den Kriegsgräbern in Haddeby. Im Beisein von rund 40 Besuchern erinnerten Gerd Stolz als ehemaliger Beauftragter des österreichischen Schwarzen-Kreuzes, Honorarkonsul der Republik Österreich Fritz Süverkrüp, Jørgen Peter Jessen, Beauftragter des dänischen Verteidigungsministeriums für das Kriegsgräberwesen Bereich Südschleswig-Ost, Kreispräsident Ulrich Brüggemeier und Haddebys Amtsvorsteher Frank Ameis an die Opfer des Krieges. An den Sammelgräbern der dort bestatteten 36 dänischen und mehr als 50 österreichischen Gefallenen legten sie auf dem Friedhof der St.-Andreas-Kirche in Busdorf sowie auf dem Königshügel in Selk Kränze nieder. Begleitet wurde die Delegation von Vertretern des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, des Grenzvereins, des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“, der Holmer Beliebung sowie Vertretern aus der Amtsverwaltung und den Gemeinden des Amtes Haddeby.

Mit seinem geschichtlichen Rückblick erinnerte Gerd Stolz an die Ereignisse, die vor 153 Jahren viele Tote und Verwundete forderten. Das Wetter war eiskalt, als es am 3. Februar 1864 bei Jagel, Oberselk, Haddeby und Fahrdorf zu schweren Gefechten kam. Besonders hart war der Königshügel umkämpft, auf dem die Gedenkstunde stattfand. Eine dänische Batterie sollte diese Stellung vor dem Danewerk halten, da von dem 42 Meter hohen Hügel der Blick bis nach Schleswig – vor allem aber in die dänischen Stellungen am Danewerk reichte. Deshalb war der Besitz dieser Höhe von größter Bedeutung, entsprechend erbittert waren die Kämpfe. „Die dänischen, deutschen und österreichischen Gefallenen des Jahres 1864 waren Söhne, Väter, Brüder, Ehemänner. Viele Soldaten der Regimenter und Einheiten starben 1864 nicht nur im Kampf, sondern auch an Krankheiten, Strapazen oder nach einer Verwundung aufgrund unzureichender Versorgung. Viele Verwundeten erfroren, denn die Temperaturen lagen in jenen Tagen um minus 15 Grad Celsius und sanken in den folgenden Tagen noch um einige Grade. „Wer als Verwundeter nicht mehr gehen konnte, nicht bald aufgefunden wurde, war dem Tode geweiht“, sagte Stolz, dessen Urgroßvater August Mischke als Musketier im Krieg 1864 beteiligt war, jedoch überlebte. Seiner Ausführung aus dem Leben des preußischen Soldaten, die Stolz beschrieb, berührte die Besucher auf dem Königshügel. Begleitet wurde die Gedenkstunde von Haddebys Pastor Dr. Kai Hansen, der das Fürbitten-Gebet an den Gräbern übernahm. „Es ist ein Zeichen der Hoffnung und Versöhnung, dass wir alle hier miteinander stehen“.

Anschließend lud Fritz Süverkrüp zur Stärkung und gemeinsamen Gesprächen ins Selker Quellental ein. Der Honorarkonsul lobte das freundschaftliche Miteinander der Nationen in der gemeinsamen Gedenkveranstaltung, ebenso wie die gepflegten Gräber in Haddeby und am Königshügel. „Zu sehen, mit wie viel Liebe dies hier gemeinsam ausgeführt wird und wie hervorragend die Gräber gepflegt und instandgehalten werden, das rührt mich sehr“ sagte Süverkrüp, der sich im Namen der Akteure bei Gerd Stolz für die Übernahme der Gedenkrede bedankte. „Das war eine gute Wahl. Sie haben die Gedenkstunde mit Herzblut, hervorragenden Kenntnissen der Geschichte und einem Stück aus ihrer eigenen Familiengeschichte begleitet.“

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