Neuer Schleswig-Slogan : Entscheidung pro Wikingerstadt gefallen

Entscheidung pro Wikingerstadt gefallen
Schleswig ist jetzt offiziell Wikingerstadt.

Kulturausschuss gibt grünes Licht für neuen Slogan und Logo. Aber: SPD und Grüne enthalten sich.

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06. Juni 2015, 07:14 Uhr

Es ist vollbracht. Schleswig schmückt sich künftig mit dem Beinamen „Wikingerstadt“ und einem entsprechenden Logo, das ein aufgeblähtes rot-weißes Rahsegel mit Drachenkopf-Steven zeigt. Der städtische Kulturausschuss hat dafür endgültig grünes Licht gegeben. Ein breiter Konsens jedoch, wie ihn sich Politik und Verwaltung erhofft hatten, wurde dabei nicht erzielt. Nur CDU und SSW stimmten den Vorschlägen zu, die eine Jury zuvor bewertet und prämiert hatte. SPD und Grüne hingegen enthielten sich.

Nachdem die Diskussion um Slogan und Logo sich bereits seit Anfang 2014 hinzogen wie ein Kaugummi, ging jetzt alles erstaunlich schnell. In weniger als zehn Minuten war Tagesordnungspunkt 4 „Schärfung des Profils der Stadt Schleswig“ abgearbeitet. Allein Bürgermeister Arthur Christiansen nutzte die Gelegenheit, um den Ausschussmitgliedern noch einmal zu erläutern, was sie selbst in mehreren Sitzungen zuvor abgesegnet hatten. Und zwar den Weg der Entscheidungsfindung.

So kam 2014 der Impuls für einen neuen Slogan und ein neues Logo für die Stadt aus der Schleswiger Wirtschaft. Diese sprach sich schon damals für die „Wikingerstadt“ aus. Da es aber insbesondere innerhalb der SPD Vorbehalte gegen diesen Titel gab – und weiter gibt – wurde „eine breite Diskussion“ geführt, wie Christiansen betonte. Die Slogan-Debatte ging also durch mehrere Ausschüsse, es gab eine Bürgerbefragung und schließlich wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich 66 Marketing-Büros aus ganz Deutschland und Dänemark beteiligten. Eine eigens von der Stadt zusammengestellte Jury sichtete die Entwürfe, legte sich am Ende auf ein Logo fest und schickte letztendlich zwei Slogan-Varianten ins Rennen, die im Kulturausschuss jetzt noch einmal zur Diskussion standen: „Wikingerstadt Schleswig“ oder „Schleswig – die Stadt im Wikingerland.“ „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Nun seid Ihr dran!“ forderte Christiansen, der selbst Mitglied der Jury war, die Ausschussmitglieder auf.

Helge Lehmkuhl von der CDU machte für seine Fraktion daraufhin gleich Nägel mit Köpfen. „Für uns kommt nur die ,Wikingerstadt‘ in Frage.“ Gleiches war aus Reihen des SSW zu hören. Stephan Dose von der SPD brachte die Haltung seiner Partei ebenfalls kurz und knapp auf den Punkt: „Unsere Position ist bekannt und hat sich nicht geändert. Wir fangen diese Diskussion aber nicht wieder an und enthalten uns.“ In der Vergangenheit hatte Dose mehrfach darauf hingewiesen, dass Schleswig nie Wikingerstadt war und man mit dem Titel „ein falsches Versprechen“ abgeben würde. Die Ausschussvorsitzende Babette Tewes monierte für die Grünen hingegen, dass das Auswahlverfahren am Ende doch nicht so transparent gewesen sei, wie man es von Seiten der Stadt und der Jury immer behauptet habe.

Bei der Sitzung des Hauptausschusses am 22. Juni steht das Thema erneut auf der Tagesordnung. Die Fraktionen haben sich darauf geeinigt, auch hier keine längere Diskussion zu dem Thema aufkommen zu lassen.

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