Süderbrarup : Entscheidung gegen Spar-Variante

Einen Videotrip in die Unterwelt Süderbrarups unternahm Diplom-Ingenieur Alexander-Nikolai Lindemann  mit den Mitgliedern des Bauausschusses. Hierbei wurde der  desolate Zustand der Abwasserrohre deutlich.  Foto: kuhl
Einen Videotrip in die Unterwelt Süderbrarups unternahm Diplom-Ingenieur Alexander-Nikolai Lindemann mit den Mitgliedern des Bauausschusses. Hierbei wurde der desolate Zustand der Abwasserrohre deutlich. Foto: kuhl

Avatar_shz von
26. Januar 2011, 09:07 Uhr

süderbrarup | Das Einsparpotenzial bei der Sanierung der Bachstraße im Bereich zwischen Bahnhofstraße und der Straße "Am Thorsberg" war das Hauptthema der jüngsten Bauausschusssitzung von Süderbrarup. Erstmals gab es auch konkrete Angaben zu Anliegerbeiträgen.

"Wir haben festgestellt, dass man bei dieser Sanierung eine Menge einsparen kann - aber ob das sinnvoll ist, ist eine zweite Frage", erklärte Hans-Walter Niendorf, Vorsitzender des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt, am Anfang der Sitzung. Alexander-Nikolai Lindemann und Monika Dietrich vom beratenden Ingenieurbüro Meyer hatten eine Vorschlagsliste erstellt, die das letzte Ausschreibungsergebnis von fast 1,2 Millionen auf bis zu 875 000 Euro hätte reduzieren können. Doch nach und nach entschieden sich die Ausschussmitglieder gegen die Kürzungen, da diese Unsicherheiten langfristige Mehrkosten oder nur Kostenverschiebungen enthielten.

Die alte Wasserleitung würde während der Bauzeit vermutlich beschädigt werden. Also bleibt es bei der Neuverlegung inklusive Wechsel aller Schieber und Hausanschlüsse. Bei einem Verzicht auf Übergabeschächte gäbe es keine definierten Übergangspunkte mehr. Der Verzicht auf neue Abwasserleitungen in einem Teilbereich von 250 Metern und demnach eine Sanierung der bestehenden Leitungen durch das Einziehen von Kunststoffschläuchen wurde nach einer Videopräsentation wieder abgeblasen. Das Video zeigte Brüche in der Leitung, Scherben, die sich gelöst hatten, Löcher, Versetzungen, unprofessionelle Reparaturen und Anschlüsse, abgesenkte Rohre und Verkrustungen. Zudem liegen die Rohre auf Privatgrundstücken, was bei Reparaturen zu Schwierigkeiten führen kann, und sogar zu Entschädigungsforderungen der Besitzer. Deshalb blieb es bei der Ausschreibung, welche die Erneuerung der Regen- und Schmutzabwasserleitungen unter der Straße vorsieht. Lediglich die für jedes Grundstück vorgeschriebenen Übergabeschächte werden aus der Ausschreibung herausgenommen und in die Verantwortung der jeweiligen Anlieger gelegt.

Die Gemeinde muss auch von ihrer Absicht abrücken, die Sanierungsmaßnahme ohne Belastung der Anlieger über die Bühne zu bringen. "Nach 25 bis 30 Jahren ist eine Straße abgeschrieben und die Anlieger müssen an den Kosten der Sanierung beteiligt werden", erklärte Bürgermeister Johannes-Peter Henningsen. Dabei sei es unerheblich, ob schon einmal Anliegerbeiträge bezahlt wurden oder die Anlieger von der Sanierung Vorteile hätten. In der Bahnhofstraße müssten nur die Übergabeschächte mitfinanziert werden, da die Straßendecke in die Hoheit des Landes falle. In der Bachstraße müsse zusätzlich jeder Grundeigentümer auch den Anteil der Straße bezahlen, der keine Versorgungsleitungen überdecke.

In einer Modellrechnung hatten die Ingenieure für den Anliegerbeitrag einen Durchschnittswert von 2400 Euro pro Grundstück errechnet. Dieser Wert kann aber noch nach oben oder unten, je nach Grundstücksgröße, Bebauung oder Nutzung, variieren. Die Sanierung des Abwassersystems wird auf alle Einwohner umgelegt. Ausschussvorsitzender Niendorf kündigte auf diesem Gebiet Preiserhöhungen an. "Denn je mehr wir die Anlieger schonen, desto mehr zahlt die Allgemeinheit", meinte er. Nach etwa zweistündiger Beratung beschloss man, die Ausschreibung mit neuen Mengenwerten - sonst aber unverändert - der Gemeindevertretung zu empfehlen. Man hofft dabei auf eine günstige Konjunktur und dadurch auf gesenkte Preise. Die Arbeiten in der Bachstraße könnten Ende Mai beginnen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde beschlossen, dass die Straße "Südertoft" der Öffentlichkeit gewidmet wird. Sie soll in Kürze in den Besitz der Gemeinde übergehen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen