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Krankenhaus-Betten aus Schleswig : Endlich angekommen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Vor fast einem Jahr spendete das Helios-Klinikum einem Krankenhaus in Ghana 24 Betten – der Transport gestaltete sich schwierig.

von
erstellt am 07.Dez.2016 | 16:30 Uhr

Es war ein langer und steiniger Weg, aber jetzt endlich ist es geschafft: 24 ausrangierte Krankenhaus-Betten aus dem Schleswiger Helios-Klinikum sind in Ghana eingetroffen. Dort werden jetzt die Patienten im Siloam-Hospital in Kumasi im Zentrum des afrikanischen Landes genutzt. Dort gab es bisher nur Holzbetten ohne Matratzen.

Edeltraut Benecke und Henry Mau fällt ein Stein vom Herzen. Das Schleswiger Rentner-Ehepaar hatte die Betten vor fast einem Jahr als Spende vom Krankenhaus erhalten. Edeltraut Benecke pflegt schon seit vielen Jahren enge Kontakte nach Kumasi. Die Leiterin des dortigen Krankenhauses, Susan Kusi, hat lange Zeit als Ärztin in Deutschland gearbeitet. Mit ihrem Einkommen half sie, die Klinik zu finanzieren, die ihre Eltern 1977 gegründet hatten.

Benecke zögerte nicht, als sich Anfang des Jahres die Möglichkeit bot, ausrangierte Betten aus dem alten Martin-Luther-Krankenhaus zu übernehmen. Von der Stadt Schleswig bekam sie Hilfe: Sie konnte die Betten im alten Bauhof am Holmer Noorweg zwischenlagern. Aber dann begannen die Probleme. Sie und ihr Mann fanden bald eine Spedition, die die Lieferung nach Ghana verschiffen sollte. Aber die Kosten! 3000 Euro für den Container, weitere 3000 Euro für die Einfuhr-Formalitäten.

Nur ein Drittel der insgesamt 6000 Euro konnten Mau und Benecke selbst aufbringen. So blieben die Betten im Bauhof, und Susan Kusi in Ghana wartete vergeblich. Ein halbes Jahr lang. 500 Euro sammelte das Schleswiger Ehepaar beim Flensburger Diako-Krankenhaus ein, das zudem Bettwäsche und einen Brutkasten für Frühgeborene spendete.

In den Sommerferien dann wandte sich Benecke an die Öffentlichkeit. Nach einem Bericht in den SN über die Betten, die im Bauhof verstaubten, flossen die Spenden reichlich. „In den ersten zwei, drei Tagen klingelte ständig das Telefon“, erinnert sie sich. Die meisten Anrufer gaben zwischen 50 und 250 Euro. Einzelne Firmen zahlten 500 Euro. Bald waren 9000 Euro zusammengekommen. Nun war sogar noch Geld übrig, um weitere Dinge zu besorgen, die im Siloam-Hospital dringend benötigt werden: eine Waschmaschine, eine Heißmangel und ein Kühlschrank.

„Wir haben alle Quittungen sorgfältig aufgehoben“, betont Henry Mau. Ihm ist es wichtig, den Spendern gegenüber Rechenschaft ablegen zu können. Schließlich haben sie ihm und seiner Frau großes Vertrauen entgegengebracht. Hinter ihnen steht keine große Organisation und auch kein Verein mit Kassenprüfern. Sie haben alles privat organisiert.

Ihnen fiel ein Stein vom Herzen, als kürzlich die lang erwartete E-Mail von Susan Kusi ankam: „Der Container wurde ausgeladen. Ein großer Segen für uns, unsere Patienten und die ganze Gemeinde. Wir sind alle sehr, sehr dankbar. Es wäre ohne euch niemals möglich gewesen.“

200 Euro sind vom Spendengeld noch immer übrig. Mit dem Geld wollen Mau und Benecke nun ein weiteres kleines Paket nach Ghana schicken. Diesmal haben sie zwar die Mittel für die Versandkosten, aber der Inhalt fehlt noch. Im Siloam-Hospital wird dringend ein Druckminderer für Sauerstoffflaschen benötigt – und außerdem ein Adapter, mit dem die Mitarbeiter die deutschen Flaschen an die chinesischen Schläuche anschließen können.

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