Einsatz in 25 Apfelbäumen

Kipp-Probe bestanden: Unser Mitarbeiter Thorge Rühmann bei der Apfelernte.
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Kipp-Probe bestanden: Unser Mitarbeiter Thorge Rühmann bei der Apfelernte.

Im familieneigenen Garten hat SN-Mitarbeiter Thorge Rühmann während der Erntezeit viel zu tun

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15. Oktober 2011, 08:17 Uhr

Schleswig/Fahrdorf | Fünf große und 20 kleinere Apfelbäume stehen im Garten. An vielen Zweigen hängen dicht an dicht rote Cox Orange, dann wieder grünrote Berlepsch. Der Boskop ist riesig, seine Äpfel ebenso gesund wie sauer. Die Bäume sind mittlerweile so schwer beladen, dass die Äste das Gewicht kaum mehr tragen können. Manche sind so sehr durchgebogen, sodass sie ein "U" bilden. Auch werden die Nächte kälter, der erste Frost steht an. Kurz: Die Zeit für die Apfelernte 2011 ist gekommen.

Die sonnigen, ausnahmsweise mal nicht verregneten Tage nutzen wir wie viele andere Gartenbesitzer mit Obstbäumen zur Apfelernte. Je nach Sorte und Alter der Bäume werden die Früchte direkt in Armreichweite, über eine Leiter oder per Apfelstange gepflückt. Wer ganz sicher gehen will, dass der Zeitpunkt richtig gewählt und nicht etwa verfrüht ist, macht die "Kipp-Probe": Dabei wird der Apfel am Stiel 90 Grad gekippt. Wenn sich der Stiel dann ohne weiteres vom Ast - nicht vom Apfel - löst, kann die Ernte beginnen.

Die Ernte selbst wird mit ein paar Helfern zum geselligen Erlebnis. Schnell zeigt sich, wer für welche Aufgabe am meisten talentiert ist: Das Pflücken hoch oben im Baum ist nichts für Jedermann, das Durchschauen und Sortieren verlangt einige Geduld. Bei allen Arbeitsgängen kommt es darauf an, ob die Äpfel anschließend weiterverarbeitet oder einfach nur gelagert werden sollen: Wer das Obst in Kisten im Keller "überwintern" lassen will, sollte so vorsichtig wie möglich pflücken und die Äpfel in die Kiste legen, nicht werfen. Denn Druckstellen werden viel schneller schlecht. Der Schimmel greift dann nach wenigen Wochen rapide um sich, befällt die Nachbar-Früchte und kann so ganze Ernten verderben. Wer das verhindern will, sorgt für konstante Temperaturen im dunklen Keller - optimal sind vier Grad Celsius bei hoher Luftfeuchte.

Bei uns werden Äpfel in allen Varianten genossen. Über den Sommer hinweg werden immer mal wieder ein paar vom Baum gepflückt und landen auf direktem Weg im Bauch. Ein leckere Alternative dazu ist der Apfelkuchen, bei dem das Obst in Scheiben geschnitten obenauf liegt - glasiert und vom gebackenen Teig umgeben. Auch selbst gemachtes Apfelmus für Pfannkuchen schmeckt natürlich frischer als gekauftes. Wenn schließlich die Ernte im Herbst ansteht, wandert ein Großteil der Früchte, in Holzkisten verpackt, in eine Mosterei nahe Schleswig. Dort werden die Äpfel gereinigt, dann gepresst. Der Fruchtsaft wird ganz kurz hoch erhitzt, bevor er abgekühlt in Frischeboxen verpackt wird. So verarbeitet, bietet das Obst aus dem eigenen Garten den gesamten Winter über einen gesunden und schmackhaften Vitamin-Trunk.

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