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Schleswiger Nachrichten

24. Oktober 2017 | 03:19 Uhr

Einsatz für sauberen Badespaß

vom

In einer Woche beginnt offiziell die Badesaison im Luisenbad / Schaalbyer Meeresbiologe nimmt Zerkarien unter die Lupe

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Schleswig | In seinem reichen Berufsleben hat Dr. Gerhard Lauckner die Unterwasserwelt aus vielen Perspektiven kennen gelernt. Als junger Wissenschaftler nahm der Meeresbiologe in den sechziger Jahren aus einer Taucherkapsel heraus die Muschelfelder am Grund der Flensburger Förde unter die Lupe. Später spezialisierte er sich auf Parasiten im Wattenmeer. Inzwischen genießt er seinen Ruhestand in Schaalby. Von dort aus macht er sich nun auf, Schleswigs größtes meeresbiologisches Rätsel zu lösen: Woher kommen die aggressiven Saugwurmlarven (Zerkarien), die im Hochsommer immer wieder den Besuchern des Luisenbades den Badespaß verderben? Insbesondere bei Kinder verursachen die Kleinstlebewesen einen Hautausschlag mit starkem Juckreiz.

Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes haben den Schlei-Kanal, der durch die Königswiesen verläuft, in Verdacht. Wenn das Wasser dort still steht und sich aufheizt, gedeihen die Zerkarien besonders prächtig. Sie empfahlen der Stadtverwaltung deshalb schon im vergangenen Jahr, den Kanal mit einem Schott abzudichten. Aber ob die Übeltäter tatsächlich über Schnecken und über Entengefieder bis zum Strand des Luisenbades gelangen, das ist bisher nicht geklärt. Lauckner möchte das in den kommenden Wochen in Zusammenarbeit mit der Stadt Schleswig herausfinden und dabei möglicherweise mit einer Schulklasse im Biologieunterricht zusammenarbeiten.

Wenn am 1. Juni die Badesaison offiziell beginnt, muss noch niemand Angst vor Zerkarien haben. Die Larven werden erst bei Wassertemperaturen von deutlich mehr als 20 Grad aktiv. Indes birgt das Schleiwasser bekanntlich noch andere Probleme. Als vor einem Jahr sogar ein dauerhaftes Badeverbot drohte, hatte das eine andere Ursachen: die vergleichsweise hohe Zahl von Fäkalkeimen. Auch hier ist die Ursache nicht ganz klar. Möglicherweise kommen sie aus dem Gottorfer Burggraben, in den wiederum über einen Bachlauf Abwasser aus der Geest fließt. Das Kieler Gesundheitsministerium hat dem Luisenbad jedoch eine Gnadenfrist bis 2015 gewährt, weil die Stadt Maßnahmen ergriffen hat, die Wasserqualität zu verbessern - zum Beispiel an den Zuläufen der Regenwasser-Klärbecken.

"Das Luisenbad ist einfach eine problematische Badestelle", sagt Jochen Mohr-Kriegshammer vom Kreisgesundheitsamt. Aber er beruhigt auch: "Man kann hier bedenkenlos baden." Er verweist darauf, dass für Binnengewässer höhere Grenzwerte gelten als für Küstengewässer. Wäre die Schlei ein See und kein Meeresarm, würde noch lange kein Badeverbot drohen.

Am Dienstag hat das Gesundheitsamt zum ersten Mal in diesem Jahr eine Wasserprobe am Luisenbad entnommen. Die Ergebnisse treffen erst in der kommenden Woche ein. Mohr-Kriegshammer ist zuversichtlich, dass es keine bösen Überraschungen geben wird. Das Wasser aus anderen, bereits ausgewerteten Badestellen im Kreis war jedenfalls einwandfrei. Meldungen von einem Badeverbot in der Großen Breite vor Götheby (Gemeinde Fleckeby im Kreis Rendsburg-Eckernförde) beziehen sich auf Messungen im vergangenen Jahr, die erst jetzt in eine europaweite Statistik einflossen.

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