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Schleswiger Nachrichten

20. August 2017 | 22:01 Uhr

Einsatz für die Lebensader Schlei

vom

Unternehmen und Verbände setzen sich für Erhalt des Fjords als Bundeswasserstraße ein / Flyer- und Postkartenaktion gestartet

Winnemark | Noch ist die Schlei ein ideales Segel- und Wassersportrevier mit florierender maritimer Wirtschaft an ihren Ufern, die vom Tourismus lebt. Als Fischereistandort ist sie ebenso unverzichtbar wie für die ansässigen Werften- und Wasserbauunternehmen sowie Zulieferbetriebe. 10 000 vom Tourismus abhängige Arbeitsplätze sind gesichert. Das könnte in 20 Jahren anders aussehen, wenn die Reform der Wasser-und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes greift und die Schlei ihren Status als Bundeswasserstraße verliert. Das befürchtet die Lenkungsgruppe Wassertourismus, die sich für den Erhalt des aktuellen Status einsetzt.

30 000 Flyer liegen seit kurzem in allen Häfen rund um die Schlei aus und ebenso viele Postkarten mit der Warnung "Regionale Lebensader in Gefahr! Zukunft für die Bundeswasserstraße Schlei". Die Schlei als Bundeswasserstraße ist in Gefahr. Das sagen die Mitglieder der Lenkungsgruppe Wassertourismus, der sich 80 maritime Wirtschaftsbetriebe angeschlossen haben. Darunter auch die Stadtwerke Schleswig, die IHK Flensburg, die Wireg, Regionalmanagement Konversion Flensburg/Schleswig, die Globetrotter Akademie und die Ostseefjord Schlei GmbH (OFS).

In Zukunft werde die WSV die Wirtschaftlichkeit von Gewässern an der transportierten Fracht messen, erklärte Max Triphaus, Geschäftsführer der OFS. Da die Schlei eine geringe Rolle im Frachtverkehr spielt, wurde sie zunächst in die unterste Stufe "Seewasserweg mit maritimer Verkehrssicherung " eingestuft. Unterhaltungsmaßnahmen, wie das Ausbaggern der durch die Strömung vermehrten Sedimentanlagerungen, würden somit nachgeordnet eingestuft, so Triphaus. Die Lenkungsgruppe wehre sich gegen diese "eindimensionale Betrachtungsweise", die den Tourismus als Wirtschaftsfaktor nicht einbezieht. "Wir haben noch nicht genügend Gehör im Bundesverkehrsministerium gefunden", begründete er die Flyer- und Postkartenaktion.

Segler, Touristen, Kommunalpolitiker und Bürger sind aufgefordert, die Karten ausgefüllt an die Wireg zurückzuschicken. Nach der Bundestagswahl sollen sie in einer öffentlichen Veranstaltung der WSV übergeben werden. Ziel ist es, viele Bürger und Gäste zu informieren, über den Sachverhalt aufzuklären und möglichst viele Mitstreiter zu gewinnen.

Die Schlei als "unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor" müsse in der jetzigen Form unbedingt erhalten bleiben, forderte Erdmann. Das bedeute den Erhalt der Fahrwassertiefe von mindestens drei Meter, die Gewährleistung des Küstenschutzes im Bereich Schleimünde und die Sicherstellung der Fahrwassermarkierung durch die ständige Kontrolle und Unterhaltung der Seezeichen. "Und diese Anstrengungen sollten auch in gleicher Form für die nächsten 20 Jahre gelten, wollen wir die Schlei als Lebensader der Region erhalten", so Erdmann. "Deswegen brauchen wir vom Bund eine dauerhafte, nachhaltige Zusage hinsichtlich der Unterhaltung." Bislang habe der Bund nur zugesagt, dass die Schlei im heutigen Zustand erhalten bleibe - von Unterhaltungsmaßnahmen, wie Ausbaggerungsarbeiten zur Erhaltung der Fahrtrinne, sei keine Rede.

"Herr Ramsauer sollte uns eigentlich mal besuchen", wünschte sich Wolfgang Schoofs, Geschäftsführer der Schleswiger Stadtwerke. Dann würde er die Wirtschaftlichkeit der Schlei anders beurteilen. Schleswig selbst habe gerade drei Millionen Euro in den Ausbau des Stadthafens investiert - vor dem Hintergrund des zukunftsträchtigen Wirtschaftsfaktors Wassertourismus auf der Schlei.

1100 Postkarten in nur zwei Wochen seien schon zurück geschickt worden, berichtete Stephan Jung. Er hofft, dass am Ende des Sommers alle 30 000 ausgefüllt dem Bund zugesendet werden können, um der Forderung nach Erhalt der Schlei als Bundeswasserstraße deutlich Nachdruck zu geben. Wünschenswert sei auch die Unterstützung von Kommunen aus der zweiten Reihe, so Jung.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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